Wallis

Zwei Personen sterben bei Eissturz am Grand Combin

27. Mai 2022, 17:21 Uhr
Mehrere Menschen sind am Freitagmorgen am Grand Combin im Wallis von herabstürzenden Eisbrocken überrascht worden. Sie waren Teil einer rund 15-köpfigen Alpinisten-Gruppe. Einige konnten gerettet werden.

Mehrere Menschen sind am Freitagmorgen am Grand Combin im Wallis durch herabstürzende Eisbrocken verletzt worden. Zwei Menschen kamen noch an der Unfallstelle ums Leben, neun weitere Personen wurden verletzt, zwei davon schwer.

Gruppe von 17 Bergsteigern

Bei den beiden verstorbenen Personen handelt es sich um eine 40-jährige Französin und einem 65-jährigen Spanier. Die neun verletzten Berggänger wurden mit dem Helikopter ins Spital von Sitten sowie ins Universitätsspital in Lausanne geflogen. Weitere Bergsteiger wurden mit dem Helikopter vom Ort des Geschehens evakuiert.

Zum Eissturz kam es auf 3400 Meter über Meer im Bereich «Plateau du Déjeuner» beim Aufstieg zum Grand-Combin via «Voie du Gardien», wie die Walliser Kantonspolizei mitteilte. 17 Bergsteiger – aufgeteilt in Gruppen – haben sich zum Zeitpunkt des Ereignisses im Bereich der Unglücksstelle befunden.

Sieben Helikopter standen für die Rettungsaktion im Einsatz. Der Alarm war laut Polizei gegen 6.20 Uhr ausgelöst worden. Der Gipfel des Grand Combin liegt auf 4314 Meter über Meer und das Bergmassiv liegt südlich von Martigny zwischen den Tälern Val de Bagnes und Val d'Entremont.

Angehäuftes Gletschereis abgebrochen

Abgebrochen war aufgetürmtes Gletschereis, wie die Air Zermatt mitteilte. Die Air Zermatt sei mit zwei, die Air-Glaciers mit fünf und die Rega mit zwei weiteren Helikoptern zu diesem sogenannten Seracs-Abbruch geflogen. 

Die Erstversorgung der betroffenen Bergsteiger habe auf einem unter der Unfallstelle liegenden Plateau stattgefunden. Die Staatsanwaltschaft leitete gemäss Polizeiangaben eine Untersuchung zu den Umständen des Ereignisses ein.

Die Polizei erinnerte in ihrer Mitteilung daran, Berggänger müssten doppelt vorsichtig sein, wenn die Nullgradgrenze auf ungefähr 4000 Metern über Meer liege. Im Zweifelsfall solle man besser auf einen Aufstieg verzichten. Im Vorfeld solle man sich in jedem Fall bei Bergführern über die gewählte Tour und deren momentane Machbarkeit erkundigen.

(sda/mhe/hap)

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. Mai 2022 13:00
aktualisiert: 27. Mai 2022 17:21
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