Seilpark: «Müssen von Totalschaden ausgehen»

Markus Koster im zerstörten Seilpark Kronberg. (Archivbild)
Markus Koster im zerstörten Seilpark Kronberg. (Archivbild) © FM1Today/Dario Cantieni
Im Kronberg erinnert nicht mehr viel an den Seilpark. Umgestürzte Bäume, schlaffe Seile und zerdrückte Holzplattformen prägen das Bild. Wie es nach dem Sturm «Vaia» nun weitergeht, kann niemand genau sagen.

«Gehen Sie bitte nicht selber in den Wald, ich hole Sie ab», schärft mir Markus Koster, Geschäftsführer des Kronbergs ein, als ich am Telefon einen Termin abmache. Schon da ist klar: Die Situation ist brenzlig, ja gar gefährlich. Da die Seile immer noch unter Spannung stehen, kann sich jederzeit eines lösen und jemanden ernsthaft verletzen.

«Die Bäume sind unser Kapital»

Wie gross der Schaden ist, war Markus Koster zuerst gar nicht bewusst. «Von der Talstation aus sah alles noch relativ in Ordnung aus. Erst als ich dann in den Wald kam, sah ich das Ausmass der Verwüstung.» Nach dem ersten Augenschein schätzt Koster, dass rund 85 Prozent des Seilparks zerstört worden sind. «Solche Bilder kennt man sonst nur aus den sozialen Medien. Die Bäume sind unser Kapital, wir wissen nicht, wie es jetzt weitergeht.» Das grösste Problem ist, dass viele grosse, alte Bäume zerstört worden sind. Solche, die tragend waren für die verschiedenen Kletter-Attraktionen. Wie gross der wirtschaftliche Schaden ist, kann im Moment noch niemand sagen.

Grosse Bäume sind umgeknickt, wie Zahnstocher (Bild: FM1Today/Dario Cantieni)

Hoffen auf den Frühling

Markus Koster tun vor allem seine Mitarbeiter leid, die viel Herzblut in den Seilpark gesteckt haben. Der Geschäftsführer des Kronbergs blickt wehmütig auf die geborstenen Bäume und die verdrehten Seile. «Immerhin kam der Sturm erst jetzt, Ende Oktober. Im Winter hätten wir den Seilpark sowieso nicht benutzen können.» Nun bleibt also sicher ein halbes Jahr Zeit, die Schäden zu beheben. Auf die Frage, ob der Seilpark im Frühling wieder offen sei, meint Koster: «Das wäre natürlich schön, aber Genaueres können wir da noch nicht sagen. Wir müssen uns zuerst überlegen, wie wir die kaputten Bäume ersetzen wollen.»

Wie stark der Sturm «Vaia» im Seilpark Kronberg gewütet hat, siehst du in unserer Galerie.

(dac)

 


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