Simbabwes Polizei erzwingt mit Polizeigewalt Demonstrationsverbot

Mit einem Polizei-Grossaufgebot hat die Regierung von Simbabwe eine Protestkundgebung in der Hauptstadt Harare verhindert.
Mit einem Polizei-Grossaufgebot hat die Regierung von Simbabwe eine Protestkundgebung in der Hauptstadt Harare verhindert. © KEYSTONE/AP/TSVANGIRAYI MUKWAZHI
Die Regierung in Simbabwe hat ein Verbot einer Protestkundgebung der Opposition in der Hauptstadt Harare erzwungen. Ein Grossaufgebot an Polizeikräften war im Einsatz.Insgesamt 87 Demonstranten wurden festgenommen, teilte am Abend Polizeisprecher Paul Nyathi mit.

Aufgerufen dazu hatte die Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC); sie will Präsident Emmerson Mnangagwa zwingen, die Führung des Landes angesichts der schweren Wirtschaftskrise an eine Übergangsregierung zu übergeben.

Die Regierung hatte den Protest jedoch als illegal bezeichnet und war darin vom obersten Gericht bestätigt worden. Daraufhin sagte die MDC die Demonstration kurzfristig ab. Zuvor hatten sich jedoch bereits Protestgruppen in den Strassen der Stadt formiert. Der MDC-Vorsitzende Nelson Chamisa berichtete von sieben verletzten sowie mehreren verschleppten Demonstranten.

Auch im Vorfeld der Demonstration habe es Fälle gegeben, in denen Oppositionelle verschleppt worden waren. «Die Zahl der Verschleppten ist in den vergangenen drei Tagen auf 14 angestiegen», erklärte Chamisa vor Journalisten.

Das Uno-Menschenrechtsbüro in Genf äusserte sich am Freitag kritisch wegen der Gewalt gegen die Demonstranten und erinnerte daran, dass die Staatsorgane friedlichen Protest als Ausdruck demokratischer Freiheiten nicht behindern dürften. Es äusserte sich zudem besorgt über die rapide Verschlechterung der Lebenssituation in Simbabwe.

Das Land im südlichen Afrika steht seit Jahren am Rande des Kollapses seiner Infrastruktur. Wegen einer drohenden Nahrungsmittelkrise in dem Land hat das Welternährungsprogramm (WFP) vor kurzem Alarm geschlagen.

Rund fünf Millionen Simbabwer sind demnach als Folgen von Dürre, hohen Lebensmittelpreisen und knappem Saatgut auf Hilfe angewiesen. Das Land war zudem Mitte März vom Zyklon «Idai» heimgesucht worden, der schwere Verwüstungen anrichtete.

(SDA)


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