So gesund ist der Thurgau

Die Thurgauer fühlen sich heute gesünder als vor fünf Jahren.
Die Thurgauer fühlen sich heute gesünder als vor fünf Jahren. © Symbolbild/iStock
Die Thurgauerinnen und Thurgauer fühlen sich gesund. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport vom Bundesamt für Statistik hervor. Doch es gibt nach wie vor Verbesserungspotential.

Über 1000 Thurgauerinnen und Thurgauer ab 15 Jahren wurden zu ihrem Gesundheitszustand befragt. Die im Gesundheitsreport festgehaltenen Ergebnisse zeigen: Dem Thurgau geht es gesundheitlich gut bis sehr gut. Die Befragung fand im Thurgau mittlerweile zum zweiten Mal statt und wird alle fünf Jahre wiederholt. Im Vergleich zur letzten Befragung geben 2 Prozent mehr an, sich gut zu fühlen. Doch diese Zahl ist mit Vorsicht zu geniessen.

«Es bleibt ein Dauerauftrag»

«Grundsätzlich bin ich zufrieden mit dieser Entwicklung», sagt Judith Hübscher Stettler, Beauftragte für Gesundheitsförderung, Prävention und Sucht beim Thurgauer Amt für Gesundheit. «Es gibt aber gewisse Punkte, an denen wir arbeiten müssen.» Dies, weil in den Gesellschaftsschichten Unterschiede zu erkennen seien: «Leute mit einer guten Ausbildung und besseren wirtschaftlichen Voraussetzung leben gesünder.»

Um dies zu ändern, will der Kanton Thurgau die Rahmenbedingungen verändern. So sollen beispielsweise kulturelle Vermittler Zugewanderten bessere Informationen zu einer gesunden Lebensweise weitergeben. Doch Judith Hübscher Stettler ist sich sicher: «Es bleibt ein Dauerauftrag.» Davon ist auch der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark überzeugt: «Die grösstenteils positiven Resultate dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Bereiche gibt, wo nach wie vor viel zu tun bleibt.» Die grosse gesundheitspolitische Herausforderung der kommenden Jahre liege darin, der stetigen Kostensteigerung entgegenzutreten, sagt Jakob Stark.

Thurgauer sind psychisch gesünder

Doch in der Befragung wird nicht nur die körperliche Gesundheit gemessen. Bei der psychischen Gesundheit schneidet der Kanton Thurgau deutlich besser ab als der Schweizer Durchschnitt. Rund 11 Prozent geben an, unter psychischen Belastungen zu leiden, schweizweit sind es 15 Prozent. «Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Thurgauer zufriedener mit ihrer Arbeits- und Wohnsituation sind. Doch auch dies muss nicht so bleiben, ist aber im Moment schön zu sehen», sagt Judith Hübscher Stettler.

Die Resultate der Befragung beruhen ausschliesslich auf den Aussagen der Thurgauer Bevölkerung. Ob es Diskrepanzen zwischen dem Gesagten und dem effektiven Gesundheitszustand der Leute gibt, ist nicht klar. «Es handelt sich um eine Einschätzung der Befragten. Die Befragungen sind anonym, niemand muss sich verpflichtet fühlen, gesellschaftlich akzeptierte Angaben zu machen. Deshalb gehen wir von der Richtigkeit der Aussagen aus», versichert die Gesundheitsbeauftragte.

«Wünsche mir noch bessere Werte»

Der Gesundheitsreport wird nun als Planungsgrundlage für die Gesundheitsförderung und Prävention im Kanton verwendet. So sollen in Zukunft Schwerpunkte gesetzt und Massnahmen verfolgt werden. «Dies, um die Thurgauer Bevölkerung möglichst gesund zu erhalten», sagt Regierungspräsident Jakob Stark . Auch für Judith Hübscher Stettler ist das Ziel für die nächsten fünf Jahre klar: «Es wäre schön, wenn es bei der nächsten Befragung noch bessere Werte gibt.»


(dab)


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