So teuer ist Roaming wirklich

Telefonate mit dem Schatz können teuer werden.
Telefonate mit dem Schatz können teuer werden. © iStock
Alles sei inklusive, auch im Ausland, behaupten Schweizer Mobilfunkanbieter. Zwei Analysen zeigen aber: Für jene, die oft surfen oder mit dem Schatz telefonieren, kann Roaming unter Umständen sehr teuer werden.

Das Vergleichsportal Verivox hat vor dem Ferienbeginn berechnet, wie viel Reisende fürs Roaming ausgeben müssen, wenn sie in Europa, Australien, Brasilien, Südafrika, Thailand oder den USA Ferien machen. Diese Destinationen sind gemäss den Reiseveranstaltern Hotelplan, Kuoni und TUI besonders beliebt bei den Schweizerinnen und Schweizern.

Informieren vor dem Surfen

Roaming ist heute in den meisten Abonnements inbegriffen, wie Verivox in einer Untersuchung schreibt. «Doch Konsumenten müssen auch im Jahr 2017 aufpassen, denn die Abos haben bestimmte Einschränkungen.» Wichtig sei, sich zuerst zu informieren, bevor man mit dem Surfen und Telefonieren beginne.

So viel bezahlen Kundinnen und Kunden (ohne Abo mit inbegriffenem Roaming) von Swisscom, Sunrise und Salt im Standardtarif sowie mit Datenpaket («günstigster Preis»):

So viel berechnen die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt für Roaming. (Tabelle: zVg)

So viel berechnen die Mobilfunkanbieter Swisscom, Sunrise und Salt für Roaming. (Tabelle: zVg)

Kosten von mehreren tausend Franken

Die Verivox-Analyse zeigt klar: Wer sich vor seiner Reise ein Datenpaket kauft, kann eine Menge Geld sparen. Für den Standardtarif muss bis zu 25-mal mehr hingeblättert werden. Swisscom fällt in den meisten Ländern beziehungsweise Kontinenten durch moderate Preise auf.

Swisscom bietet meist die günstigsten Roaming-Preise an. (zVg)

Swisscom bietet meist die günstigsten Roaming-Preise an. (zVg)

Das Datenroaming wird bei Kundinnen und Kunden von Swisscom ab den entstandenen Kosten von 200 Franken gesperrt, bei Sunrise liegt diese Grenze bei einem Rechnungsbetrag von 100 Franken. Salt blockiert das Roaming erst ab 1000 Franken; dafür erhalten die Nutzerinnen und Nutzer eine Meldung, wenn sie 150 Franken erreicht haben. Gemäss einer Salt-Preisliste können je nach verbrauchter Datenmenge Kosten von mehreren tausend Franken anfallen, schreibt Verivox.

Standardtarife bis zu 191-mal teurer

Auch die Stiftung für Konsumentenschutz und dschungelkompass.ch haben sich angeschaut, wie teuer Roaming für Kundinnen und Kunden von Schweizer Mobilfunkanbietern ist. Hier zeigt sich ebenfalls, dass sich im Voraus gebuchte Datenpakete lohnen: «Im Extremfall kostet die Internetnutzung zum normalen Tarif über 191-mal mehr als mit einem Zusatzabonnement», ist einer Mitteilung zu entnehmen.

Für die Analyse haben die Konsumentenschützer die Roamingtarife für EU-Länder, Balkan, Thailand, USA und Kanada berechnet – für Nutzerinnen und Nutzer von Abos, Prepaid-Tarifen und Datenpaketen («Option»):

Für diese Analyse wurden Swisscom, Sunrise, Salt und UPC verglichen. (Bild: zVg)

Für diese Analyse wurden Swisscom, Sunrise, Salt und UPC verglichen. (Bild: zVg)

Auch wenn bei manchen Abonnements eine limitierte oder unlimitierte Anzahl Gespräche, SMS und Daten inbegriffen sei, lohne es sich wohl nicht, nur wegen eines Auslandaufenthalts ein teures Abo abzuschliessen. Hier kannst du herausfinden, wie viel du je nach Mobilfunkanbieter, Art des Abos und Reiseland fürs Roaming bezahlen musst.

(red.)


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