Söldner, Heere und Reitturniere in Wil

Für Mittelalterfans hat das Warten ein Ende. Das Hof-Spektakel geht los.
Für Mittelalterfans hat das Warten ein Ende. Das Hof-Spektakel geht los. © FM1Today/Stefanie Rohner
Eine Reise zurück in das Mittelalter – aus einigen Kesseln dampft es bereits, es wird geschnitzt und die letzten Vorbereitungen für den Start des Hof-Spektakels in Wil sind abgeschlossen. Ab Freitagabend verwandelt sich ein Teil von Wil ins Mittelalter.

Der Markt und das Heerlager stehen schon, nur noch die letzten Feinheiten müssen gemacht werden. Rund 100 Helfer sind an diesem Wochenende auf dem Platz. Für alle Mittelalterfans hat das Warten nun auch ein Ende. Das Hof-Spektakel dauert von Freitag- bis Sonntagabend. Es sind 60 Stände und 220 Schausteller im Heerlager. Dort wird das Handwerk von früher gelebt und gezeigt.

Abtauchen in ein anderes Leben

«Das Reiterturnier wird bestimmt eines der Highlights des Wochenendes sein», sagt Philippe Weder, Gründer und OK-Präsident des Vereins Hof-Spektakel. Auch die Vielfalt des Essens, die verschiedenen Handwerke und die Authentizität würden den Anlass so speziell machen.

Weder selbst wird natürlich auch in die Rolle eines Mannes im Mittelalter schlüpfen. «Ich bin ein einfacher Büezer», sagt der OK-Präsident. Auch immer mehr Besucherinnen und Besucher würden in authentischen Kleidern zum Hof-Spektakel erscheinen.

2006 fand das erste Hof-Spektakel statt. «Es hätte eigentlich eine einmalige Sache werden sollen. Aber es freut mich umso mehr, das wir es heute noch durchführen», sagt Weder. Trotz des hohen Aufwandes sei es ein Anlass, den auch er geniesse. «Es ist toll, für zwei Tage in ein komplett anderes Leben eintauchen zu können und den Alltag aussen vor zu lassen», sagt Weder.

Durch «Herr der Ringe» ein Mittelalterfan

Pie ist einer der Schausteller im Heerlager. Der Rapperswiler ist seit der ersten Stunde Teil des Hof-Spektakels. «Wir stellen eine Söldnertruppe aus dem Jahr 1483 dar. Ich bin deren Hauptmann. Aber ich muss sagen, dass wir käuflich sind. Wir sind nur hier, weil der Herzog zu Toggenburg uns Sold bezahlt hat», meint er mit einem Augenzwinkern.

Durch «Herr der Ringe» ist er in die Thematik Mittelalter geschlittert. «Mich fasziniert die Recherche zum Mittelalter. Und es ist schön, dieses Wissen an den Mittelalterfesten weitergeben zu können», sagt Pie. Die Schausteller kommen aus der Schweiz und aus Deutschland. «Wir haben immer sehr viele Anfragen. Das Mittelalter und diese Feste scheinen immer beliebter zu werden», berichtet OK-Präsident Weder.

Auch wenn das Wetter nicht mitspielen sollte: Weder sagt, man sei auf alles vorbereitet. Das Hof-Spektakel funktioniere auch, wenn es regne. «Das Wetter kann uns keinen Strich durch die Rechnung machen», so Weder. Auch die Besucher würden sich nicht vom Regen abhalten lassen. «Unsere Gäste können sich mit der Nässe arrangieren.» Das OK rechnet mit bis zu 10’000 Besucherinnen und Besuchern. Schon im vergangenen Jahr waren 6000 Menschen an der Veranstaltung. Besucher müssen für das Hof-Spektakel einen Wegzoll bezahlen, so, wie das früher üblich war.

(str)


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