Sommerferien? Gibt es nicht!

Christian Mehli erzählt von seinem Sommer ohne Ferien © FM1Today/Dario Cantieni
Spaghetti Vongole am Meer anstatt Älplermagronen aus der Mikrowelle. Kellner mit bunten Schirmchendrinks anstatt Chefs, die uns mit Arbeit eindecken. Die Sommerferien sind in vollem Gange. Aber lange nicht für alle.

Christian Mehli, 29, kurzes, blondes Haar, stylische Brille – ein farbiges Tattoo lugt unter dem kurzen Ärmel am Oberarm hervor. Man würde ihn eher in einer Grafik-Agentur in Zürich, denn auf einem Bauernhof in Chur vermuten. Der Bündner Jungbauer arbeitet seit fünf Jahren auf dem Hof seiner Eltern. Und hatte in dieser Zeit einmal richtig Ferien.

«Freunde liegen am Strand – ich arbeit an der Sonne»

Gerade im Sommer gibt es auf dem Hof so viel zu tun, sodass eine längere Auszeit einfach nicht drin liegt. Knapp 30 Pferde müssen versorgt werden, dazu die Kühe, die nicht auf der Alp sind und diverse Felder muss Mehli auch bewirtschaften. «Keiner meiner Freunde ist Bauer und die sind im Sommer alle in den Ferien. Aber während die am Strand liegen, bin ich beispielsweise am rechen an der Sonne.» Natürlich wäre es schön, ab und zu in die Ferien zu gehen, meint Mehli. Aber «man weiss halt, wie es ist.»

Ohne Ferien aufgewachsen

Als Kind sei er nur einmal mit den Eltern in den Ferien gewesen. «Im Winter, über Neujahr. Sommerferien sind gar nie in Frage gekommen.» Aber daher sei er daran gewöhnt, im Sommer zu Hause zu bleiben und zu arbeiten. Und falls es dann doch mal Ferien gibt, so geniesst er es umso mehr. «Letztes Jahr war ich nach langer Zeit wieder einmal zehn Tage in Griechenland. Das war schön, einfach aufstehen, an den Strand, und mal etwas anders machen. Hat gut getan.» Wann die nächsten Ferien anstehen, dass kann Christian Mehli nicht sagen. Diesen Sommer gibt’s sicher keine.

(dac)


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