Spanische Seenotrettung bittet EU um Hilfe

Die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat 121 Flüchtlinge von zwei Booten vor der libyschen Küste gerettet. (Archivbild)
Die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat 121 Flüchtlinge von zwei Booten vor der libyschen Küste gerettet. (Archivbild) © Keystone/AP/JAVIER FERGO
Wegen der verzweifelten Lage ihres Rettungsschiffs hat die spanische Organisation Proactiva Open Arms einen dramatischen Appell an die EU gerichtet. Die «Open Arms» hat seit mittlerweile sechs Tagen 121 gerettete Migranten an Bord.

Trotzdem habe sie immer noch keine Erlaubnis erhalten, in einen europäischen Hafen einzulaufen, erklärte die Hilfsorganisation am Mittwoch. Die EU-Staaten hätten damit «die Würde derjenigen an Bord nicht anerkannt».

Malta habe den Migranten das Recht verweigert, an Land zu gehen, «und Italien antwortet nicht», kritisierte Proactiva Open Arms. «Wir verstehen dieses Europa nicht, mit seinen feigen Staaten, seiner leeren Politik… Helft uns.»

Die spanische Organisation hatte die 121 Flüchtlinge vergangene Woche vor der Küste Libyens von zwei Booten gerettet. Derzeit liegt die «Open Arms» nach Angaben der Website vesselfinder.com in internationalen Gewässern südwestlich von Malta und östlich der italienischen Insel Lampedusa.

Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hat der «Open Arms» verboten, in italienische Gewässer zu fahren. Er drohte damit, das Schiff zu beschlagnahmen.

Am Montag hatte das italienische Parlament ein Sicherheitsdekret gebilligt, das unter anderem eine Konfiszierung von Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen ermöglicht und Geldstrafen von bis zu einer Million Euro für deren Kapitäne vorsieht.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und die Menschenrechtsorganisation Amnesty International übten scharfe Kritik an dem Vorhaben, auch das deutsche Aussenministerium nannte die Pläne am Mittwoch nicht «wünschenswert oder unterstützenswert».

In der EU gibt es seit Monaten Streit um den Umgang mit geretteten Bootsflüchtlingen. Die Migranten müssen immer wieder tage- oder wochenlang auf den Hilfsschiffen ausharren, bis ihre Verteilung ausgehandelt ist.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen