Kooperation

Ab diesem Lohn macht Geld nicht mehr glücklicher

Vanessa Kobelt und Ines Schaberger, 26. August 2020, 14:10 Uhr
Glück hat viele Facetten, weiss Glücks-Expertin Nadja R. Buser. Trotzdem gibt es ein paar grundlegende Dinge, die zu einem glücklichen Leben beitragen. Geld gehört ab einem gewissen Punkt nicht mehr dazu.
Nadja R. Buser ist Kuratorin der Ausstellung «Global Happiness». In der Hand hält sie ihr persönliches «Glücks-Objekt», das sie an verschiedene Sachen erinnert, die sie glücklich machen.
© FM1Today

Ethnologin Nadja R. Buser hat sich lange und sehr intensiv mit dem Thema Glück befasst. Sie machte sich mit einem Team in der ganzen Welt auf Spurensuche nach dem Glück. Nadja R. Buser ist Kuratorin der Ausstellung «Global Happiness», welche noch bis nächsten Februar im Liechtensteinischen Landesmuseum zu sehen ist. Für den «Gott und d'Welt»-Podcast sprach sie mit uns über die vielen Facetten des Glücks.

Frau Buser, was ist Glück eigentlich?
Es gibt das kurzfristige, manchmal auch zufällige Glück und es gibt das langfristige Glück, das man eher als Lebensqualität beschreibt. Glück besteht aus ganz verschiedenen Komponenten, ein Teil davon ist individuell, ein Teil ist für die meisten Menschen gleich. Um glücklich zu sein, braucht es bestimmte Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel ein soziales Umfeld, oder dass man in einem Staat lebt, wo man selber über sein eigenes Leben entscheiden kann.

Was versteht man unter nachhaltigem Glück?
Glück sollte nicht auf Kosten der Umwelt gehen, in der Ausstellung beziehen wir uns auf den ökologischen Fussabdruck, der zum Beispiel ein Land hinterlässt. Auf den einzelnen Menschen bezogen heisst das, mit weniger Konsum auch glücklich sein zu können.

Ist denn «mehr» nicht immer besser?
Wenn man ganz arm ist, ist es natürlich schwierig, glücklich zu sein, da viele wichtige Bedürfnisse nicht gestillt werden können. Trotzdem überschätzen wir die Bedeutung von Geld und Besitz in Bezug auf das eigene Glück. In der Glücks-Forschung sieht man, dass die Glückskurve zwar steigt, wenn man mehr Lohn bekommt, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann flacht sie aber schnell wieder ab.

Warum ist das so?
Ab einem gewissen Einkommen werden plötzlich andere Sachen wichtiger für die eigene Zufriedenheit. Das heisst, man wird mit noch mehr Geld nicht zufriedener. In der Schweiz ist das bereits ab einem mittleren Einkommen so, also bei rund 6000 bis 7000 Franken im Monat. Man sollte sich dann anderen Faktoren zuwenden.

Welches diese Faktoren sind und was die Schweizer in Sachen Glücklichsein von anderen Ländern lernen können, erfährst du in der neuen Podcast-Folge «Gott und d'Welt».

Vanessa Kobelt und Ines Schaberger
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. August 2020 10:28
aktualisiert: 26. August 2020 14:10