Podcast

Flucht übers Meer: Wenn der Tod unsichtbar macht

Ines Schaberger und Vanessa Kobelt, 19. Juni 2020, 11:20 Uhr
Tausende Menschen sterben jedes Jahr auf der Flucht nach Europa. Viele verschwinden für immer im Meer, andere werden tot an Land gespült. Die Aktion «Beim Namen nennen» will diese Menschen sichtbar machen.

Flüchtlinge, die das Mittlermeer tot hervorbringt, werden oft unidentifiziert bestattet. Das ist für die Angehörigen aus vielen Gründen fatal. «Zum einen aus emotionaler Sicht, denn sie können sich so nicht verabschieden», sagt die Religionswissenschaftlerin Daniela Stauffacher. «Aber auch, weil Frauen ohne den Totenschein ihres Mannes oft keine Witwenrente beziehen können.»

Tote werden unsichtbar gehalten

Daniela Stauffacher hat erforscht, was mit den toten Flüchtlingen in Italien passiert. Laut ihr versuchen die Behörden oft, die Toten unsichtbar zu halten. Über Umstände und Gründe spricht sie in unserer neuen «Gott und d'Welt»-Podcast-Folge. Diese widmen wir Menschen auf der Flucht, passend zum Weltflüchtlingstag am Samstag und dem nationalen Flüchtlingssonntag der Kirchen kommendes Wochenende.

Brief für jeden verstorbenen Flüchtling

Durch die Aktion «Beim Namen nennen» erfahren wir, wie sich jeder selbst dafür einsetzen kann, dass die verstorbenen Flüchtlinge nicht in Vergessenheit geraten: Zum Beispiel durch einen Brief an den Bundesrat für jede Person, die auf der Flucht gestorben ist.

Ines Schaberger und Vanessa Kobelt
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Juni 2020 10:47
aktualisiert: 19. Juni 2020 11:20