Akrobatisch und sinnlich an der Stange

Stefanie Rohner, 18. Dezember 2017, 09:35 Uhr
Rasant schwingen sich die Athletinnen und Athleten an der Stange bis ganz nach oben. Am Wochenende vom 16. und 17 Dezember fanden die Pole Sport World Championships in Vaduz statt.

«Es ist einfach genial, was die Sportler können. Wir sind sehr beeindruckt», sagen Edith Du Toit und Margot Sele aus Lichtenstein. Beide sind das erste Mal an einem Pole Sport Event und würden jederzeit wieder gehen. «Das inspiriert uns schon fast, selbst damit anzufangen», sagt Du Toit und lacht.

151 Athletinnen und Athleten aus rund 50 Ländern nahmen an den Pole Sport World Championships teil. In den Kategorien Junior A (10 bis 14 Jahre) und B (14 bis 18 Jahre), Junior Double, Senior Double (ab 18 Jahren) sowie in den Kategorien Master 40 plus und Master 50 plus massen sich Männer und Frauen an der Stange.

Daniela Peginova startete in der Kategorie Parapole - sie hat nur ein Bein, zeigte ihr Können an der Stange aber souverän. Im Grossen Saal in Vaduz spürte man die Wettkampfstimmung. Angespannt und voller Vorfreude machten sich die Sportlerinnen und Sportler bereit für ihre Choreografie.

Rund 40 Jurymitglieder bewerteten in den verschiedenen Kategorien die Leistung der Athleten. Es dürfte nicht immer ganz einfach gewesen sein, sich für einen Sieger zu entscheiden.

Immer ein neues Ziel

Im Publikum sitzen viele Fans, Freunde und Verwandte der Athleten. Aber auch Interessierte, die selbst Pole Sport betreiben, sind gekommen, um die Weltmeisterschaften mitzuverfolgen. «Ich mache selbst seit sechs Jahren Pole Dance und gebe inzwischen auch Training», sagt Christin Manier aus Rebstein.

Sie hat ihr eigenes Studio dort und unterrichtet rund hundert Frauen. «Einen Mann haben wir dabei. In der Schweiz ist es aber noch nicht so verbreitet, dass Männer Pole Sport machen», sagt Manser.

Sie sagt, gerade im Pole Sport habe man immer ein neues Ziel vor Augen. Hat man etwas geschafft, erklimmt man die nächste Stufe. «Man kann sich immer steigern und sieht plötzlich, wie weit man schon gekommen ist. Das macht Spass», sagt Manser.

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Nicht viele Männer

Organisiert wurden die Pole Sport Weltmeisterschaften von der Pole Sport and Art World Federation (Posa). In der Kategorie Männer 50 plus gewann Olavi Heino aus Finnland.

Er betreibt seit vier Jahren Pole Sport und liebt es. «Die Szene in Finnland wird immer grösser. Allerdings gibt es nicht viele Männer, die diesen Sport machen», sagt Heino. In seiner Kategorie war er der einzige, der angetreten ist.

In der Kategorie Master 50 Frauen belegte die Amerikanerin Sabine Dworak den ersten Platz. Die Plätze zwei und drei gingen an Claudia Quattrini aus Italien und Carole Vornagen aus Frankreich. Bei den Männern Master 40 stieg der Japaner Issey Yamasaki auf das Siegertreppchen.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 17. Dezember 2017 20:47
aktualisiert: 18. Dezember 2017 09:35