«Im Zug mit»

Barnetta: «Ich bin schon ein bisschen lädiert»

3. März 2021, 08:26 Uhr
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Quelle: tvo

Fussballlegende Tranquillo Barnetta ist zurück. In der TVO-Sendung «Im Zug mit» spricht er offen über seinen Job als Vollzeitvater und erzählt von den neuen Glücksmomenten in seinem Leben.

Jahrelang stand er im Rampenlicht – seit seinem Rücktritt im Jahr 2019 wurde es still um Tranquillo Barnetta. Oder wie ihn die Ostschweizer Fans liebevoll nennen: Quillo.

Erstmals seit geraumer Zeit äussert sich der ehemalige FCSG-, Leverkusen-, Schalke- und Nati-Söldner über die Zeit danach. Das Interview führte TVO-Moderatorin Vanessa Kobelt im Rahmen des Formats «Im Zug mit».

«Quillo», von dir hat man jetzt einige Zeit nichts gehört. Wie geht es dir?

Gut! Natürlich ist das jetzt aber für alle eine spezielle Zeit. Mir und meiner Familie geht es aber gut und das ist aktuell das wichtigste.

Im Sommer ist es doch schon zwei Jahre, seit du zurückgetreten bist. Ist dir diese Zeit kurz oder lang vorgekommen?

Es geht schon enorm schnell. Die Bilder vom Abschied und vom letzten Heimspiel sind noch immer sehr präsent. Das war ein Tag, an dem extrem viele Emotionen zusammen gekommen sind.

Schaust du dir die Bilder von diesem Tag manchmal noch an?

Selten. In all diesen Jahren ist so viel passiert, dass es noch zu früh wäre, die Abschiedsbilder wieder zurückzuholen. Es war ein spezieller Tag. Ich feierte meinen Geburtstag, schoss ein Tor und wir konnten gegen den Meister gewinnen. Leider reichte es dann nicht für die Europa League, das war ein kleiner Dämpfer.

Zurück in die Gegenwart: Was tust du denn jetzt?

Ich habe sehr viel zu tun! Ich bin zuhause als Hausmann. Mittlerweile haben wir zwei Kinder und ich geniesse es enorm, dass ich so viel Zeit mit ihnen verbringen kann.

Du gehst also richtig auf in dieser Vaterrolle?

Da müsst ihr wahrscheinlich andere fragen! (lacht) Ich geniesse es und habe darum auch keinen Stress. Ich werde sehr gebraucht zuhause.

Was sind denn aktuell deine Glücksmomente?

Das sind die Kleinigkeiten, die man fast nicht in Worte fassen kann. Mann muss dabei sein. Die ersten Schritte, die ersten Worte zum Beispiel. Das gibt einem sehr viel.

Wenn deine Kinder irgendwann den Entscheid fassen, Profisportler zu werden, was sagst du ihnen?

Ich glaube die Standardantwort wäre: Mach, was du willst. Man versucht sie einfach so gut als möglich zu unterstützen.

Wirst du noch oft auf der Strasse angesprochen?

Nicht mehr so oft wie früher, als man noch präsenter in der Öffentlichkeit war. St.Gallen ist nicht so riesig, als dass man hier nicht mehr erkannt werden würde. Für mich gehört es nach wie vor mit dazu. In der Schweiz sind solche Aufeinandertreffen auch meist sehr zurückhaltend. In der Bundesliga war das schon ein bisschen anders. Die Leute hier verstehen es, dass ich vielleicht grad kein Foto machen kann, wenn ich das Kind umgeschnallt habe. (lacht) Die meisten Leute sind sehr verständlich.

Was machst du heutzutage sportlich?

Nicht mehr gleich viel! (lacht) Man versucht sich, ein bisschen zu bewegen. Ich habe schon Tennis ausprobiert.

Bist du gut darin?

Ja.. Nein. (lacht) Ich kann spielen und es macht mir Spass. Aber ich bin natürlich schon ein bisschen lädiert aufgrund meiner Karriere. 45 Minuten joggen geht mit meinen Knie eigentlich so nicht. 

Das ganze «Im Zug mit» Tranquillo Barnetta und TVO-Moderatorin Vanessa Kobelt findet ihr oben.

(saz)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. März 2021 18:50
aktualisiert: 3. März 2021 08:26