Bern wird von Linköping mit 1:7 gedemütigt

5. September 2015, 22:20 Uhr
Und schon wieder Tor gegen den SCB: 1:7-Heimdebakel gegen Linköping
Und schon wieder Tor gegen den SCB: 1:7-Heimdebakel gegen Linköping
© KEYSTONE/MARCEL BIERI
Von wegen beste Liga neben NHL und KHL! Obwohl in der aufgeblähten Champions Hockey League 32 von 48 Teams weiterkommen, bringt die NLA von sechs Mannschaften nur den ZSC und Davos in die K.o.-Phase.

Bern daheim gegen Linköping und Genève-Servette HC bei Sparta Prag hätten mit Siegen den ZSC Lions und Davos noch in die Sechzehntelfinals folgen können. Bern blamierte sich aber trotz einer frühen Führung mit einer 1:7-Heimniederlage. Und Servette ging gegen Sparta mit 2:5 unter. Schon vor einem Jahr waren nur zwei von sechs Schweizer Teams weitergekommen.

Vier Tage vor dem Meisterschaftsauftakt im Zürcher Hallenstadion zeigte insbesondere Bern eine äusserst ernüchternde Leistung. Die Berner gingen nach bloss vier Minuten durch Cory Conacher in Führung, agierten aber nie wie ein Team, das hätte gewinnen müssen. Die Berner spielten vorsichtig, zaghaft und vor allem defensiv, so wie fast immer, seit der kanadische Coach Guy Boucher in Bern übernommen hat. Und so kam es, dass der SCB mit der Erfahrung von 1089 NHL-Spielen in seinen Reihen gegen Linköping (76 NHL-Spiele) bis zur ersten Pause bloss vier Torschüsse abgeben konnte und bereits hinten lag. Nach 29 Minuten erhöhte Jakob Lilja für Linköping auf 3:1. Im Schlussabschnitt wurde Bern von Linköping sogar noch zerzaust.

Immerhin mit etwas mehr Herz und Leidenschaft bestritt Servette seine "Finalissima" in Prag. Das Team von Chris McSorley leistete sich aber einen Fehlstart und brachte sich so um alle Möglichkeiten. 2:0 führte Sparta Prag nach 15 Minuten; das Skore hätte zu dem Zeitpunkt auch 4:0 lauten können. Nach der ersten Pause steigerte sich Servette aber: Die restliche Spielzeit dominierten die Genfer mit 16:7 (2. Drittel) und 15:9 Torschüssen (3. Drittel). Im zweiten Abschnitt gelang Servette durch Arnaud Jacquemet und Tim Kast sogar noch der Ausgleich, lediglich 46 Sekunden nach dem 2:2 konnte Sparta die Führung aber wieder an sich reissen. Und im Schlussabschnitt sorgten Martin Reway mit einem verwandelten Penalty und seinem zweiten persönlichen Goal sowie Robert Sabolic mit einem Schuss ins leere Tor für das 5:2-Schlussresultat.

Fast nur Schweizer und Exoten gescheitert

Damit ist Servette für diese Saison international schon "arbeitslos". Zuletzt hatte vor allem Servette in internationalen Wettbewerben die Schweizer Liga mit Erfolg vertreten. Letzte Saison erreichte Genf neben Fribourg die Playoffs der Champions Hockey League, ausserdem triumphierte das Team von Chris McSorley zweimal hintereinander am Spengler Cup (2013 und 2014). Am Davoser Traditionsturnier verzichtet Servette heuer auf die Titelverteidigung.

Die NLA wird in den Sechzehntelfinals (22.9. und 6.10.) noch durch Meister Davos (5:3-Heimsieg gegen Pardubice) und die ZSC Lions vertreten. Diese beiden Schweizer Vertreter retteten als Gruppensieger halbwegs die Ehre der Schweizer Liga. Zum Vergleich: Die schwedische Liga brachte alle acht Klubs in die Sechzehntelfinals, die finnische SM-Liiga immerhin sieben Vertreter von acht. Aus den grossen europäischen Ligen scheiterte nebst den vier Schweizern (Bern, Fribourg, Zug, Servette) nur ein tschechischer Vertreter (Pardubice) und ein DEL-Team (Krefeld).

Resultate:

Champions Hockey League. Vorrunde.

Gruppe A:

Samstag: Bern - Linköping 1:7 (1:2, 0:1, 0:4). – Schlussrangliste (4 Spiele): 1. Linköping 11 (14:4). 2. IFK Helsinki 4 (6:8). 3. Bern 3 (7:15).

Gruppe B:

Sonntag: Tappara Tampere - Zug (15.00 Uhr). – Rangliste: 1. Djurgarden Stockholm 4/8 (13:11). 2. Tappara Tampere 3/7 (13:5). 3. Zug 3/0 (5:15). – Djurgarden Stockholm und Tappara Tampere weiter.

Gruppe E:

Samstag: Davos - Dynamo Pardubice 5:3 (2:0, 1:2, 2:1). – Schlussrangliste (4 Spiele): 1. Davos 10 (12:6). 2. Färjestad Karlstad 7 (8:9). 3. Dynamo Pardubice 1 (10:15).

Gruppe K:

Sonntag: Lukko Rauma - Lulea Hockey (15.00 Uhr). – Rangliste: 1. Lukko Rauma 3/6 (11:9). 2. Lulea Hockey 3/5 (11:9). 3. Fribourg-Gottéron 4/4 (11:15).

Gruppe M:

Samstag: Sparta Prag - Genève-Servette 5:2 (2:0, 1:2, 2:0). – Schlussrangliste (4 Spiele): 1. Storhamar Hamar 9 (12:5). 2. Sparta Prag 7 (12:10). 3. Genève-Servette 2 (7:16).

Gruppe P:

Sonntag: Gap Rapaces - Eisbären Berlin (18.00 Uhr). – Rangliste: 1. ZSC Lions 4/12 (20:10). 2. Eisbären Berlin 3/3 (11:10). 3. Gap Rapaces 3/0 (6:17).

Zwei Teams pro Dreiergruppe in den Sechzehntelfinals.

Quelle: SI
veröffentlicht: 5. September 2015 18:11
aktualisiert: 5. September 2015 22:20