Davos

Das etwas andere Spengler-Cup-Finale

25. Dezember 2020, 13:47 Uhr
Der Davoser Yannick Frehner mit der Fernsteuerung in der Hand am Warmspielen, links und sein Kollege Davyd Barandun begeistert zu in der Qualifikation zum eSpengler Cup.
© KEYSTONE/Juergen Staiger
«Not macht erfinderisch»: Nach der Spengler-Cup-Absage locken die Verantwortlichen die Fans und teilweise auch die Eishockeyspieler auf das virtuelle Eis. Am Samstag ist der Final des ersten eSpengler Cups.

Der Spengler Cup in Davos ist mehr als ein traditioneller Sportanlass – er ist ein Volksfest in der Altjahreswoche. Doch im September zogen die Organisatoren die Notbremse, der Spengler Cup wurde aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Es ist seit 1923 erst die vierte Absage in der langen Geschichte.

Doch nun die gute Nachricht: Ganz verzichten müssen wir auch in diesem Jahr nicht auf das legendäre Eishockeyturnier. Der Spengler Cup wurde ins Netz verlegt und am Samstag ist nun das grosse Finale.

In den Qualifikationsspielen im Dezember duellierten sich rund 1200 Zockerinnen und Zocker, darunter waren bei weitem nicht nur junge Gamefreaks, sondern auch Profispieler des HC Davos und des HC Ambri-Piotta, dabei. Es scheint, als hätte der HCD mit dem Online-Turnier den Zeitgeist getroffen.

Und auch marketingtechnisch scheint das Projekt zu funktionieren, die Firmen wollen ihre Sponsoring Gelder in solche eSports-Event investieren. «Normalerweise müssen wir proaktiv suchen. Nun kommen potenzielle Partner plötzlich von alleine», sagt Jacqueline Kühne, die als Projektleiterin für den Spengler Cup mit den Sponsoren verhandelt, gegenüber dem St.Galler Tagblatt.

Nun wird also am Samstag unter den besten Zockern der Sieger des ersten eSpengler-Cups erkoren. Es winken 6000 Franken Preisgeld. Dass dieser Event den traditionellen Anlass zwischen Weihnachten und Neujahr in Davos allerdings ersetzt, ist eher unwahrscheinlich. Aber dass er ihn ergänzt, ist sehr gut möglich.

Marc Gianola, CEO des HC Davos und OK-Chef des Spengler Cup sagt dazu: «Wir werden die Zuschauer- und Nutzerzahlen genau analysieren und im nächsten Jahr das digitale Turnier allenfalls parallel zum realen Spengler Cup durchführen.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 25. Dezember 2020 13:47
aktualisiert: 25. Dezember 2020 13:47