Der FC St.Gallen hat Schwein gehabt

Fabienne Engbers, 17. September 2017, 19:56 Uhr
Der FC St.Gallen zeigte sich heute nicht von seiner besten Seite. Im Cupspiel gegen den Zweitligisten FC Linth 04 mussten die Spieler bis zum Penaltyschiessen durchbeissen. Kukuruzovic handelte sich eine rote Karte ein. Zu den Spielernoten.

Tor

Dejan Stojanovic: 4.5

Wurde heute nicht oft geprüft und wenn, dann erledigte er seinen Job ohne Fehl und Tadel. Besonders erwähnenswert war seine Rettungsaktion in der 40. Spielminute, als er einen Abschluss von Pavel Stefl mirakulös parierte. Zudem hielt er zwei Elfmeterversuche im Penaltyschiessen und konnte sich für weitere Einsätze empfehlen.

Verteidigung

Silvan Hefti: 5.0

Verteidigte solide und ruhig und beging wenig Fehler. War auch oftmals in die Spielauslösung involviert und konnte einige schöne Angriffe auslösen. Entwickelt sich immer mehr zum Leistungsträger in der St. Galler Abwehr und war heute der beste Mann auf dem Platz.

Philippe Koch: 4.0

War bemüht, hatte jedoch gelegentlich Probleme mit seinem Gegenspieler Sanchez. Insgesamt fiel er im schwachen St. Galler Kollektiv weder auf noch ab.

Musavu-King: 3.0

Wirkte in seinen Abwehraktionen nicht immer stilsicher und war eine Schwachstelle in der Verteidigung. Hätte in der 60. Spielminute auch vom Platz gestellt werden können, als er seinem Gegenspieler ins Gesicht gefasst hatte. Wurde in der 75. Minute erlöst, als er ausgewechselt wurde.

Nicolas Lüchinger: 4.0

Ein durchzogener Einstand von Lüchinger. Zwar zeigte er viel Einsatz und auch das Passspiel stimmte, insbesondere mit Aratore. Allerdings fehlte es seinen Hereingaben an Druck und Präzision, sodass viele Flanken im Niemandsland oder im Toraus landeten.

Silvan Gönitzer: 4.5

Ersetzte den unsicheren King und konnte eine ansprechende Leistung zeigen. Gewann viele Zweikämpfe und agierte ruhig und abgeklärt.

Mittelfeld

Stjepan Kukuruzovic: 3.0

Es war nicht das Spiel des Stjepan Kukuruzovic. Flog in der 99. Spielminute mit gelbrot vom Platz. Er hätte heute nicht reklamieren dürfen, wenn er bereits in der ersten Halbzeit vom Platz gestellt worden wäre. Leistete sich viele Fehlpässe und Unzulänglichkeiten. Unsere Frage: Weshalb hat Contini ihn nicht bereits nach 45 Minuten ausgewechselt?

Danijel Aleksic: 4.5

War heute einer der besseren Akteure im St.Galler Mittelfeld. Versuchte sich immer wieder mit gefährlichen Distanzschüssen und konnte auch als Torschütze reüssieren. Seine Passspiele sind jedoch nach wie vor sehr ungenau und seine Laufbereitschaft könnte besser sein. Zudem verlor er heute beinahe die Contenance und leistete sich fast eine Tätlichkeit an seinem Gegenspieler.

Marco Aratore: 4.0

Kämpfte, ackerte und rackerte. Wurde vom Heimteam besonders gut abgeschirmt. Hätte in der 68. Spielminute das zwischenzeitliche 1:2 erzielen müssen, als er Torhüter Savanovic bereits ausgespielt hatte, den Ball jedoch neben das Tor setzte.

Alain Wiss: 4.5

Der Captain war einer der besseren Akteure im Mittelfeld. Kämpfte viel, leitete und dirigierte seine Mitspieler. Einsatzmässig ist Wiss nichts vorzuwerfen, allerdings liess er im Spielaufbau teilweise die nötige Finesse vermissen.

Yannis Tafer: -

Wurde in der 118. Minute eingewechselt. Aufgrund der kurzen Einsatzzeit verzichten wir auf eine Bewertung.

Sturm

Nassim Ben Khalifa: 3.0

Wurde heute praktisch nicht gesehen. Dies, obwohl er heute mehr Platz vorfand als gewöhnlich. Die Auswechslung in der 65. Minute war nur die logische Konsequenz einer dürftigen Darbietung.

Albian Ajeti: 4.5

War im Vergleich zu seinen Sturmpartnern aktiv, bemüht und kämpferisch. Allerdings liess er heute seine Kaltblütigkeit etwas vermissen und liess einige gute Chance aus. Dies lag aber auch an Heimtorwart Danko Savanovic, welcher viele Ajeti-Chancen zunichte machte.

Roma Buess: 3.5

Kam für den blassen Ben Khalifa, konnte jedoch keine Akzente setzen und blieb oft in der vielbeinigen Heimabwehr stecken. Ihm fehlen die Durchschlagskraft und das Überraschungsmoment.

FM-1 Teamdurchschnitt: 4.0

Fazit

Von einem Klassenunterschied war heute wenig zu merken. Oberklassig war höchstens der Support der mitgereisten FCSG Fans, welche Einiges zu erdulden hatten.  Der Auftritt der Espen wiederspiegelt die derzeitigen Unruhen rund um den und im Verein. Mit zwei blauen Augen retteten sich die Espen über das Penaltyschiessen in die Achtelfinals. Der blutleere Auftritt muss Trainer Contini aber zu denken geben.

Fabienne Engbers
Quelle: Reto Latzer
veröffentlicht: 17. September 2017 18:10
aktualisiert: 17. September 2017 19:56