Die Forderung von Petkovic: «Wir müssen perfekt sein»

8. Juni 2019, 17:44 Uhr
Gibt es morgen Sonntag gegen England Applaus von Vladimir Petkovic für sein Team?
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Nationalcoach Vladimir Petkovic gibt in Guimarães die Marschroute für das Spiel vom Sonntag gegen England um den 3. Platz in der Nations League bekannt: «Wollen wir gewinnen, müssen wir perfekt sein.»

Der Termin mit den Medien war zügig vorbei. Vielleicht zehn Minuten hatte er gedauert. Vieles wollten die Journalisten nicht mehr wissen vom Schweizer Nationalcoach Vladimir Petkovic und den Spielern Manuel Akanji und Haris Seferovic. Sind alle Fragen rund um das Nationalteam längst gestellt? Sind die Antworten dazu bekannt? Oder waren es eher Anzeichen von Kehraus, weil das Spiel um Platz 3 in der Nations League halt doch mehr Testspiel als Pflichtspiel ist?

Für die Mannschaft haben diese letzten 90 (oder 120) Minuten vor den Ferien durchaus ihren Wert. «Wir sind nicht nach Portugal gekommen, um zwei Mal zu verlieren», sagte Verteidiger Manuel Akanji. Ausserdem geht es gegen England auch um eine kleine Revanche. Vor neun Monaten war die Schweiz dem WM-Vierten in einem Testspiel in Leicester 0:1 unterlegen. «Wir haben damals ein gutes Spiel gemacht und wir können mit England auf Augenhöhe sein. Das wollen wir beweisen», sagte Haris Seferovic.

Der Stürmer von Benfica Lissabon ist mit fünf Toren der Topskorer in der Liga A der Nations League. Er hat zwei Treffer mehr erzielt als der Portugiese Cristiano Ronaldo und der Engländer Marcus Rashford, der allerdings angeschlagen ist und gegen die Schweiz eher nicht spielen wird. Gelingt Seferovic gegen England ein Tor würde er zum Serben Aleksander Mitrovic aufschliessen, der mit sechs Toren in der gesamten Nations League der Erfolgreichste ist. Wie man im Estadio Dom Afonso Henrique von Guimarães ein Tor erzielt, hat Seferovic in diesem Jahr schon einmal gezeigt: Am 18. Januar hat er Benfica Lissabon hier zum 1:0-Sieg geschossen.

Der Schweizer Trainer Vladimir Petkovic sah sich den verlorenen Halbfinal gegen Portugal nochmals genau auf DVD an und kam zum Schluss: «Es gab mehr positive Szenen als negative.» Aber sie müssten lernen, noch weniger Fehler zu machen. «Wollen wir Gegner wie Portugal oder England schlagen, müssen wir perfekt sein.» Das war am Mittwoch zum Beispiel Torhüter Yann Sommer nicht, als er beim ersten Gegentor, dem Freistoss von Ronaldo, auf die falsche Ecke spekulierte. An einen Wechsel denkt Petkovic dennoch nicht: «Yann Sommer wird im Tor stehen.»

Überhaupt will der Tessiner nicht in einen Test-Modus verfallen. «Ich kann nicht alles verändern, denn das ist kein Freundschaftsspiel», so Petkovic. «Den einen oder anderen Wechsel» werde es aber geben, verriet er dennoch. Gibt er auch dem erstmals aufgebotenen 19-jährigen Noah Okafor eine Chance? «Wenn ich spüre, dass er uns weiterbringen kann, dann werde ich ihn auch bringen.»

Quelle: SDA
veröffentlicht: 8. Juni 2019 17:13
aktualisiert: 8. Juni 2019 17:44