«Diese Busse tut sehr weh»

Linda Aeschlimann, 14. August 2017, 16:34 Uhr
Die Verantwortlichen mussten letztes Jahr einen Schock verdauen. Richard Hammond crasht mit seinem Rennwagen.
Die Verantwortlichen mussten letztes Jahr einen Schock verdauen. Richard Hammond crasht mit seinem Rennwagen.
© Keystone/AP
Das Bergrennen Hemberg muss nach dem Unfall von Ex-Top-Gear Star Richard Hammond tief ins Portemonaie greifen. Der Verband Autosport Schweiz verdonnert den Verein zu einer Busse von mehreren Tausend Franken. Die Verantwortlichen sind frustriert und lassen offen, ob das Rennen nochmals stattfindet.

Dicke Post erreichte letzten Donnerstag die Verantwortlichen des Bergrennens Hemberg. Der Verband Autosport Schweiz ASS verurteilt den Verein zu einer Busse von 5'000 Schweizer Franken plus Tausend Franken Verfahrenskosten. Die Gefühle des OK’s fahren Achterbahn. «Wir sind enttäuscht und frustriert. Es tut weh», sagt der Präsident des Bergrennens Hemberg Christian Schmid gegenüber FM1Today.

Vorwurf Geldgier

Es sei aber nicht unbedingt der Betrag, welcher tiefe Wunden hinterlässt sondern die Begründung des Urteils. «Dass wir nicht loyal und aus reiner Geldgier einen Deal mit der TV-Produktionsfirma abgeschlossen haben, stimmt einfach nicht» sagt Christian Schmid. Für einen Veranstalter sei es eine Ehre, wenn die ehemaligen Top-Gear-Moderatoren anklopfen. Notabene die damals grösste und bekannteste Autosendung.

Deal ist gerechtfertigt

Klar, habe man eine Entschädigung für den Aufwand vor und während des Rennens bekommen. Eine Zahl zum Betrag möchte der OK-Präsident aber nicht nennen. Gemäss Schmid sei die Entschädigung gerechtfertigt. Deshalb schmerze die Unterstellung des Verbandes besonders.

Motivation verloren

Das OK habe sich am Wochenende zum Gedankenaustausch getroffen und viel miteinander telefoniert. «Wir haben uns gegenseitig das Herz ausgeschüttet und versucht aufzumuntern», gesteht Christian Schmid. Für die Verantwortlichen, welche alle ehrenamtlich das Bergrennen Hemberg organisieren, sei dieses Urteil einen Schlag ins Gesicht. Ob sich alle OK-Mitglieder nochmals fürs Rennen einsetzen ist laut Schmid fraglich. Mit anderen Worten: Ob das Bergrennen weiterhin stattfindet, ist offen.

Kein Rekurs

«Um die Busse zu zahlen müssen einige Bier und Sandwiches verkaufen», sagt Schmid. Trotzdem verzichtet das Bergrennen Hemberg auf einen Rekurs. Die Einsprachefrist sei mit 48 Stunden zu kurz. Dazu käme eine Berufungskaution von 4'500 Schweizer Franken. Zu riskant. «Die FIA wird vermutlich dem Verband den Rücken freihalten».

Linda Aeschlimann
Quelle: lae
veröffentlicht: 14. August 2017 11:15
aktualisiert: 14. August 2017 16:34