US Open

Duell der Generationen im US-Open-Final

7. September 2019, 20:28 Uhr
Kann es kaum fassen: In ihrem erst vierten Grand-Slam-Turnier steht die 19-jährige Kanadierin Bianca Andreescu bereits im Final
© KEYSTONE/EPA/JOHN G. MABANGLO
Ein Final mit zwei Frauen, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Die fast 38-jährige Serena Williams strebt gegen die halb so alte Bianca Andreescu ihren 24. Grand-Slam-Titel an.

Andreescu, noch die Nummer 15 der Welt, gewann die Premier-Turniere in Indian Wells und Toronto, auf Stufe Grand-Slam-Final ist sie jedoch eine Novizin. Sie spielt ja auch erst ihr viertes Major-Turnier - und erstes US Open - überhaupt. Auf der anderen Seite des Netzes steht am Samstagabend (22.15 Uhr Schweizer Zeit) die personifizierte Routine. Gut neun Monate bevor Andreescu auf die Welt kam, gewann Serena Williams im September 1999 am US Open gegen die damalige Weltnummer 1 Martina Hingis ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Noch nicht mal 18 Jahre alt war Williams damals. 20 Jahre später - und mittlerweile selber Mutter einer Tochter - will sie erneut Geschichte schreiben. Dreimal bereits scheiterte sie seit der Geburt von Alexis Olympia bei ihrem Versuch, den 24. Grand-Slam-Titel zu holen, im Final. Gelingt es ihr diesmal, würde sie zur Rekordhalterin Margaret Court aufschliessen, die allerdings 13 ihrer Titel in der Amateur-Ära (vor 1968) gewann.

Williams wurde im Verlauf des Turniers immer stärker und gab in ihren letzten vier Spielen nur noch insgesamt 17 Games ab. Sie ist frisch, voller Selbstvertrauen und die haushohe Favoritin. Das war sie allerdings vor einem Jahr gegen Naomi Osaka auch und verlor dann in einem skandalträchtigen Final. Dreimal (2001 gegen Schwester Venus, 2011 gegen Samantha Stosur und vor einem Jahr) verlor die Amerikanerin in ihren bisher neun US-Open-Finals, 2002 und 2012 kehrte sie als Siegerin zurück.

Sämtliche Zahlen sprechen also für Serena Williams. Doch aufgepasst: Andreescu hat - wie damals Stosur oder Osaka - nichts verlieren. Und verlieren ist sowieso etwas, das die Kanadierin kaum noch kennt. 38:4 Siege lautet ihre Jahresbilanz. Bei der letzten Niederlage Ende März in Miami musste sie im Achtelfinal aufgeben. Das letzte Mal, dass die Tochter rumänischer Einwanderer einen Matchball gegen sich verlor, war am 1. März im Halbfinal in Acapulco gegen Sofia Kenin.

Im Head to Head zwischen Williams und Andreescu steht es übrigens 1:0 für die Kanadierin. Es ist allerdings ein Muster ohne Wert. Vor knapp einem Monat trafen die beiden in Toronto im Final aufeinander, doch Williams musste nach vier Games unter Tränen mit Rückenschmerzen aufgeben. Die Revanche kommt nun früher als von den meisten erwartet.

Und Serena Williams hat vom letzten Jahr noch etwas gutzumachen. Mit ihrem Verhalten sorgte sie für einen veritablen Skandal und vermieste ihrer Finalgegnerin Naomi Osaka die Freude über deren ersten Grand-Slam-Titel. Das soll in diesem Jahr anders sein. In erster Linie, weil Williams diesmal als Siegerin da stehen will. Aber auch, weil sie das Ende des letztjährigen Finals zutiefst bedauerte und sich bei Osaka entschuldigt hat.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. September 2019 20:10
aktualisiert: 7. September 2019 20:28