Leichtathletik

Ehammer gewinnt dank letztem Sprung

30. August 2022, 22:37 Uhr
Simon Ehammer zeichnet am Meeting Spitzenleichtathletik Luzern für das Highlight aus Schweizer Sicht verantwortlich. Der 22-jährige Appenzeller gewinnt den Weitsprung.
Simon Ehammer ist weiterhin in Topform.
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Der Wettergott meinte es wie schon im vergangenen Jahr nicht gut mit den Organisatoren von Spitzenleichtathletik Luzern. Es war nicht nur nass und kühl, auch der Wind spielte den Athletinnen und Athleten nicht in die Karten. Das war angesichts des tollen Feldes umso bitterer.

Gegen Ende des Meetings wurde die Bedingungen etwas besser. Dies nutzte Ehammer: Dem WM-Dritten gelang im letzten Versuch ein Satz auf 8,00 m. Das reichte knapp zum Sieg, der zweitplatzierte Jamaikaner Tajay Gayle kam auf 7,98 m. Auch der griechische Olympiasieger und Europameister Miltiadis Tentoglou (7,94) vermochte den EM-Zweiten im Mehrkampf nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. «Es ist eine grosse Ehre, ihn zu bezwingen», sagte Ehammer. «Das war ein Ziel von mir. Ich bin körperlich noch voll da. Wenn es so gut läuft, fällt alles leichter.»

Mujinga Kambundji liess es sich trotz der ungemütlichen Bedingungen nicht nehmen, über 100 und 200 m anzutreten. In der Königsdisziplin kam die EM-Zweite mit 11,54 Sekunden nicht über den 6. Platz hinaus. «Ich hatte hinten heraus etwas Mühe», analysierte die 30-jährige Bernerin. Über die halbe Bahnrunde reichte es Kambundji mit 22,89 Sekunden zu Rang 4. Die frischgebackene Europameisterin über 200 m beurteilte ihr Rennen als «ganz okay», obwohl sie gedacht hatte, weiter vorne zu landen. «Die beiden Grossanlässe (WM und EM) haben sehr viel Energie gekostet», so Kambundji.

Den Sieg über 100 m - es blies ein Gegenwind von 2,0 m/s - sicherte sich nicht die fünffache jamaikanische Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah (11,30), sondern die Amerikanerin Sha'Carri Richardson (11,29). Über die doppelte Distanz triumphierte bei einem Gegenwind von 2,3 m/s Anthonique Strachan von den Bahamas (22,68).

Mujingas zehn Jahre jüngere Schwester Ditaji, EM-Bronzemedaillengewinnerin über 100 m Hürden, belegte in ihrem Lauf den achten und letzten Rang. Mit 13,35 Sekunden war sie genau gleich schnell wie Noemi Zbären im B-Lauf. «Der Gegenwind (2,4 m/s) hat fast am meisten gestört, ich musste Gas geben, um über die nächste Hürde zu kommen», sagte Ditaji Kambundji. Nichtsdestotrotz sei es cool gewesen, gegen so starke Frauen zu laufen.

Unter anderen war die Puerto Ricanerin Jasmine Camacho-Quinn, die Gewinnerin vier Tage zuvor in Lausanne und Vierte der Jahres-Weltbestenliste (12,32), am Start. Jedoch musste sich die 26-Jährige mit 12,86 Sekunden der Amerikanerin Tia Jones (12,78) geschlagen geben. Annik Kälin, die in München Bronze im Siebenkampf gewonnen hatte, beendete den B-Lauf nach 13,65 Sekunden, was zu Platz 4 reichte.

Im Kugelstossen der Männer verpasste der zweifache Olympiasieger und aktuelle Weltmeister Ryan Crouser aus den USA den Meeting-Rekord des Schweizers Werner Günthör aus dem Jahr 1987 (22,12) lediglich um vier Zentimeter.

Quelle: sda
veröffentlicht: 30. August 2022 22:41
aktualisiert: 30. August 2022 22:41
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