Ein Auftakt wie ein Final

René Rödiger, 17. September 2015, 07:20 Uhr
Will mit Sion heute die Basis für eine gelungene Gruppenphase in der Europa League legen: Coach Didier Tholot
Will mit Sion heute die Basis für eine gelungene Gruppenphase in der Europa League legen: Coach Didier Tholot
© KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Sion kehrt heute nach vier Jahren auf die europäische Bühne zurück. Um 19.00 Uhr empfängt es Rubin Kasan zum Startspiel der Gruppe B in der Europa League. Der Ausgang der Partie ist wohl wegweisend.
Vor vier Jahren haben die UEFA und die Gerichte dem FC Sion den Auftritt auf der Europa-League-Bühne verwehrt. In diesem Jahr ist gegen die Teilnahme der Walliser an der Gruppenphase nichts einzuwenden: Dank einem begeisternden Sieg im Cupfinal gegen den FC Basel sicherte sich Sion den direkten Zugang zu den Gruppenspielen - ohne mühseligen Umweg über Qualifikation und Playoffs.

Nun steht der FC Sion in der Europa League bei erster Gelegenheit schon wieder in einer Art von Endspiel. So jedenfalls taxiert Trainer Didier Tholot die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen Rubin Kasan. "Dieses Spiel zeigt uns den möglichen Weg auf. Wenn wir diese Prüfung gegen das top gesetzte Team der Gruppe bestehen, dann wissen wir, dass auch gegen Bordeaux und Liverpool etwas möglich ist", so der Franzose.

Der FC Liverpool und Girondins Bordeaux sind derzeit eher höher einzuschätzen als Rubin Kasan, das nicht mehr zur erweiterten Spitze Europas gehört wie noch vor fünf, sechs Jahren. Wenn der FC Sion die Gruppenphase überstehen will, muss er im Heimspiel gegen die Russen Punkte holen. "In einer solchen Kampagne ist das erste Spiel immer das wichtigste. Zu Hause umso mehr", sagte Sions Stürmer Geoffrey Bia.

Der 26-jährige Belgier, der Ende August von Standard Lüttich ins Wallis gewechselt hatte, führte sich am letzten Sonntag im Heimspiel gegen Lugano (3:0) mit einem Tor ein. Dank ihm soll das Offensivspiel der Sittener variabler werden und nicht mehr die gesamte Verantwortung auf den Schultern von Carlitos und Moussa Konaté lasten. Mit 13 Toren in acht Spielen war die Produktivität der Walliser in der Super League bisher nicht berauschend.

Rubin Kasan ist der Start in die neue Saison nicht geglückt. Nach zehn Runden ist das Team aus der tatarischen Metropole an der Wolga, rund 800 km östlich von Moskau gelegen, nur auf Platz 13 klassiert. Schon sechs Mal hat Rubin verloren. Und in der Qualifikation beziehungsweise den Playoffs zur Europa League, würgten sich die Russen ebenfalls durch das Programm. Gegen Sturm Graz (Gesamtskore 4:3) und Rabotnicki Skopje (2:1) setzte man sich nur knapp durch. Die Zeiten, als man in vier Champions-League-Spielen gegen den FC Barcelona einen Sieg und ein Remis erreichte (2009 bis 2010), scheinen weit weg.

Sion - Rubin Kasan. - Donnerstag, 19 Uhr. - SR Ekberg (Sd).

Mögliche Startformationen:

Sion: Vanins; Zverotic, Lacroix, Ziegler, Pa Modou; Kouassi, Salatic; Assifuah, Carlitos, Fernandes; Konaté.

Kasan: Ryschikow; Kusmin, Kwerkwelia, Kambolow, Nabiullin; Georgjew, Biljaletdinow; Kanunnikow, Carlos Eduardo, Karadeniz; Portnjagin.

Bemerkungen: Sion ohne Mboyo, Ndoye (beide rekonvaleszent).

René Rödiger
Quelle: SI
veröffentlicht: 17. September 2015 00:25
aktualisiert: 17. September 2015 07:20