FC Wil: Januarlöhne können nicht bezahlt werden

Dumeni Casaulta, 1. März 2017, 09:22 Uhr
Eine mögliche Rettung des FC Wil rückt weiter in die Ferne. Heute Dienstag läuft die Frist ab, um die Januarlöhne zu bezahlen. Nach wie vor sind sechs Angestellte aber nicht bereit, einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Somit können die Löhne nicht ausbezahlt werden.

Noch ist nicht Lichterlöschen beim FC Wil, es wird aber immer dunkler. Wie der Club mitteilt, liegen die Gelder für die Januarlöhne bereit. Der Haken: Gemäss den lokalen Geldgebern dürfen die Löhne nur dann überwiesen werden, wenn mit sämtlichen Angestellten eine Vereinbarung für einen neuen Arbeitsvertrag vorliegt. Dies ist bis jetzt nicht der Fall. Sechs Angestellte weigern sich, einen Vertrag zu deutlich schlechteren Konditionen zu unterschreiben.

Angebot von Monatslohn über 7'500 Franken

«Die vom FC Wil 1900 offerierten Angebote für die erwähnten Personen basieren auf einem monatlichen Salär von mindestens 7‘500 Franken und dennoch konnte bisher keine Lösung erzielt werden», schreibt der Club. Zu den Personen, welche einen neuen Vertrag bisher abgelehnt haben, gehören dem Vernehmen nach zwei Spieler, die bisher rund 50'000 Franken monatlich verdient haben sollen. Rund 60 weitere Angestellte des FC Wil hatten sich in den letzten Wochen bereit erklärt, den Verein zu unterstützten. Sie haben einen neuen Vertrag unterschrieben.

Jetzt läuft die Gnadenfrist

Noch hat der Club ein paar Tage Zeit. Zwar läuft die Frist für den Nachweis zur Bezahlung der Januarlöhne bei der Swiss Football League heute Dienstag ab. Allerdings gibt es eine reglementarische Nachfrist von fünf Tagen. Heisst: Der FC Wil hat noch fünf Tage Zeit, eine Einigung mit den sechs Angestellten zu finden. «Der angestrebte Teilerfolg in Form der Überweisung der Januarlöhne blieb nun zwar aus, die Task Force setzt aber in den kommenden Tagen weiterhin alle Hebel in Bewegung, um die erfolgreiche Rettung doch noch zu realisieren.» Gelingt es dem FC Wil nicht, bis in fünf Tagen eine Lösung zu finden, werden ihm Punkte abgezogen.

Akt des Selbstschutzes der Geldgeber

Dass die lokalen Geldgeber die Gelder nicht freigeben, sofern nicht mit allen Angestellten eine Einigung erzielt wird, ist verständlich. Es ist ein Akt des Selbstschutzes. Klagen Angestellte, die noch einen hochdotierten Vertrag haben, diesen ein, dürfte der FC Wil Konkurs gehen. Alles zusätzlich in den Verein gesteckte Geld wäre verloren.

Ein Hoffnungsschimmer für den FC Wil gibt es aber: Möglich, dass gewisse Spieler darauf spekuliert haben, bei einem Super-League Verein unterzukommen. Heute Dienstag schliesst das nationale Transferfenster allerdings. Vielleicht lenken sie ein, wenn sich eben keine andere Möglichkeit ergibt. Auch möglich, dass die Spieler auf Zeit spielen wollen, um möglichst gute neue Verträge beim FC Wil zu erhalten. Diese Zeit läuft langsam aber sicher aus.

Dumeni Casaulta
Quelle: cas
veröffentlicht: 28. Februar 2017 18:05
aktualisiert: 1. März 2017 09:22