FC St.Gallen

Alain Sutter: «Wir sind keine Familie, sondern ein Fussballverein»

24. Oktober 2020, 14:09 Uhr
Alain Sutter weiss ganz genau, welche Art von Spieler er will.
© Michel Canonica/St.Galler Tagblatt
Alain Sutter hat als Sportchef des FC St.Gallen die Super League geprägt. Mit jungen Spielern, vielen Entdeckungen und einem speziellen Stil. Doch wie findet er eigentlich immer wieder solche Talente?

Als vor über zwei Jahren Alain Sutter als neuer Sportchef des FC St.Gallen vorgestellt wurde, wusste kaum jemand, ob das gut kommen würde. Der frühere Profifussballer und TV-Moderator hatte bisher noch nie auf dieser Position gearbeitet.

In der Zwischenzeit hat sich Sutter viel Respekt verschafft, seine Kritiker sind verstummt. Der FC St.Gallen spielt regelmässig mit Junioren aus dem eigenen Nachwuchs und mit Spielern, die anderswo kaum mehr eine Chance erhalten hatten. Und er spielt so erfolgreich, dass er auch wieder Spieler für Millionen-Summen verkaufen kann.

Immer wieder Angebote

Doch wie findet Alain Sutter eigentlich diese Perlen? Im Interview mit der «Schweizer Illustrierte» sagt der FCSG-Sportchef: «Unser Augenmerk gilt Spielern, die an einem schwierigen Punkt ihrer Karriere stehen und einen neuen Anlauf machen wollen, oder solchen, die noch jung und unerfahren sind.»

Weil sich der FC St.Gallen und Alain Sutter in diesem Bereich rasch einen Namen gemacht haben, würden ihm immer wieder solche Spieler von Agenten angeboten. «So gehen jährlich ein paar hundert Namen über meinen Pult», sagt Sutter. Und auch die Scouts des FCSG wissen genau, welche Art von Spieler bei Sutter und Trainer Peter Zeidler gefragt seien.

Gleicher Stil über alle Mannschaften

Trotzdem sagt Sutter, dass auch Glück Teil des Erfolgs sei: «Unter unseren Transfers gab es auch einzelne, die keine Volltreffer waren. Ein bisschen Glück gehört dazu.» Doch dann gibt es da noch die charakterliche Komponente, der FC St.Gallen wird häufig als «Fussball-Familie» bezeichnet. Sutter: «Wir sind keine Familie, sondern ein professioneller Fussballverein. Das Wort ‹Familie› wird viel zu oft bemüht. Es geht letztlich um das Zusammenarbeiten in einer Geschäftsbeziehung.»

Den aktiven Stil des FC St.Gallen werde jetzt über alle Abteilungen und Mannschaften angewendet. «Wir wollen so weit kommen, dass man Teams des FC St.Gallen selbst mit neutralen Trikots an ihrer Spielweise erkennen würde», sagt Sutter.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. Oktober 2020 14:09
aktualisiert: 24. Oktober 2020 14:09