2:1 gegen Sion: FCSG kann an Olma feiern

Laurien Gschwend, 15. Oktober 2017, 18:47 Uhr
Das schreit nach einer ausgelassenen Feier am Montag an der Olma: Der FC St.Gallen schlägt den FC Sion auswärts 2:1. Die beiden St.Galler Torschützen heissen Marco Aratore und Nassim Ben Khalifa.

Die brennendste Personal-Frage des Spieltags war schon am Vortag der Partie beantwortet worden: Der FC Sion teilte mit, dass Constantin seinen Platz im Tourbillon verkauft habe - für 2000 Franken und einen guten Zweck an den jurassischen CVP-Politiker Pierre Kohler. Ziemlich geschickt zog sich der Sion-Präsident damit vorerst aus der Affäre: Er respektierte die Stadionsperre, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren.

Doch ein wenig Constantin im Stadion

Einige Sittener Fans hatten sich auch eine Aktion ausgedacht. Sie verkauften Constantin-Masken für fünf Franken. «Lassen wir Constantin ins Tourbillon» war die Devise der Anhänger, die versprachen, einen Fünftel der Einnahmen den Junioren des FC Sion zukommen zu lassen. Constantin war derweil in Genf gesichtet worden, wo er am Sonntagabend in den TV-Studios von RTS erwartet wurde.

Christian Constantin darf nicht ins Stadion - die Kopie seines Gesichtes schon.
Christian Constantin darf nicht ins Stadion - die Kopie seines Gesichtes schon.
© FM1/Marc Baumeler

Lopar und die Effizienz

Gegen St.Gallen wurde dem FC Sion die mangelhafte Chancenverwertung zum Verhängnis. In der ersten halben Stunde trafen Pajtim Kasami und Marco Schneuwly nur die Torumrandung. Der FC Sion machte bis in die 77. Minute nichts Zählbares aus seiner klaren spielerischen Dominanz. Erst ein Foul des ehemaligen Sitteners Nicolas Lüchinger ermöglichte Adryan, mittels Penalty auf 1:2 zu verkürzen. «Den Fehler gestehe ich ein», sagte Lüchinger im Anschluss an das Spiel gegenüber FM1-Sportredaktor Marc Baumeler.

Eine geringe Ausbeute gemessen am Aufwand, den die Gastgeber über 90 Minuten betrieben. Ganz anders der FC St.Gallen, der aus wenig sehr viel machte. Mit der ersten Möglichkeit sorgte Topskorer Marco Aratore in der 33. Minute für das 1:0 und nach einer knappen Stunde legte der nunmehr sechsfache Saison-Torschütze für Nassim Ben Khalifa auf. Für Ben Khalifa war es der erste Treffer seit seinem Wechsel von Lausanne nach St.Gallen. Dafür, dass die beiden Tore zum Sieg reichten, sorgte Goalie Daniel Lopar, der mehrmals stark hielt.

Drei Punkte als Ansporn

«Es ist schön, hier zu gewinnen», äusserte sich der Rheintaler Verteidiger Nicolas Lüchinger gegenüber FM1. Er war im September vom FC Sion in die Ostschweiz zurückgekehrt. «Aber auch in Basel oder Bern zu gewinnen, gefällt mir.» Das Team nehme die drei Punkte als Ansporn mit nach Hause. «Es stehen zwei wichtige Heimspiele an. Wenn wir sechs Punkte holen, sind wir sehr sehr gut dabei.»

Nicolas Lüchinger (links) kämpft mit dem Sittener Ermir Lenjani um den Ball. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)
Nicolas Lüchinger (links) kämpft mit dem Sittener Ermir Lenjani um den Ball. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

«Sion hat Qualität»

Es habe viel Leidenschaft gebraucht, um im Wallis zu gewinnen, so FCSG-Cheftrainer Giorgio Contini gegenüber FM1. «Egal, wie turbulent die Situation im Verein ist: Sion ist eine Mannschaft mit Qualität.» Es sei nicht selbstverständlich, mit drei Punkten heimfahren zu dürfen, schliesslich sei auch einiges schief gelaufen: «Wir haben viele Bälle verloren.»

St.Gallens Cheftrainer Giorgio Contini darf sich über drei Punkte freuen. (Archivbild: Keystone/Peter Klaunzer)
St.Gallens Cheftrainer Giorgio Contini darf sich über drei Punkte freuen. (Archivbild: Keystone/Peter Klaunzer)

Während die St.Galler in der Tabelle punktgleich mit Basel bleiben, kommt der FC Sion nicht in Fahrt. Das liegt an der miserablen Heimbilanz. Seit im Sommer im Tourbillon die Rasenheizung installiert wurde, hat Sion dreimal Remis gespielt und zweimal verloren.

(SDA/red.)

Der Liveticker zum Nachlesen:

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 15. Oktober 2017 15:37
aktualisiert: 15. Oktober 2017 18:47