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St.Gallen - Luzern 1:3

Aus der Traum: Der FC St.Gallen verliert den Cupfinal gegen Luzern mit 1:3

24. Mai 2021, 17:36 Uhr
Die Espen unterliegen im Cupfinal dem FC Luzern mit 1:3. Die Innerschweizer holen sich zum dritten Mal den Titel.

Wie erwartet kannten beide Teams im Wankdorf keine Abtastphase. Nach 70 Sekunden musste Luzerns Keeper Marius Müller erstmals eingreifen, nachdem Nicolas Lüchinger aus 20 Metern zum Abschluss angesetzt hatte. Es war die Ouvertüre zu einem selten im Mittelfeld geführten Cupfinal. Luzern und St.Gallen, St.Gallen und Luzern. Beide Mannschaften mochten auch im letzten Spiel der Saison nicht verbergen, dass sie sich in der gegnerischen Platzhälfte wohler fühlen als in der eigenen.

Dass mehr als ein Tor fallen würde, war bei den taktischen Vorgaben der beiden Trainer anzunehmen. Wie die Tore dann fielen, war trotzdem speziell. Das 1:0 durch Ibrahima Ndiaye in der 27. Minute leitete Filip Ugrinic mit einem Absatztrick auf Pascal Schürpf ein, beim 2:0 drei Minuten darauf assistierte Louis Schaub dem Niederländer Jordy Wehrmann noch sehenswerter. Der 26-jährige Österreicher lupfte den Ball aus dem Fussgelenk über die St. Galler Abwehr in Wehrmanns Lauf, der den Ball mit der Brust an Miro Muheim vorbei legte und alleine vor Zigi einschoss.

Die offensive Ausrichtung hatte dem FCSG in der Startphase mehr entsprochen. Das Team von Peter Zeidler agierte im Gegenpressing griffiger, weshalb die zweiten Bälle fast ausschliesslich beim FCSG landeten. Zeitweise hinterliess der FCL den Eindruck, unter dem Druck des Finalspiels die Betriebstemperatur nicht zu erreichen, liess sich einschnüren und agierte fehlerhaft. Im nächsten Moment lösten sich die Zentralschweizer fast spielerisch aus der St.Galler Umklammerung, kombinierten sich stilsicher und sehenswert vor das gegnerische Tor wie bei den beiden Toren.

Zum wankelmütigen Luzerner Auftritt passte der St.Galler Anschlusstreffer durch Chukwubuike Adamu drei Minuten vor der Pause, den der zuvor gefeierte Torschütze Wehrmann mit einem katastrophalen Rückpass einleitete.

«Wir waren zu schlecht»

Basil Stillhart sieht die Niederlage der Espen pragmatisch: «Schlussendlich waren wir zu schlecht, das ist ganz einfach. Es fehlte an der Passgenauigkeit, im Zweikampf und in der Chancenauswertung.» Vor allem in der zweiten Halbzeit sei von St.Gallen deutlich zu wenig gekommen. «Sicher bin ich enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben – das Resultat ist aber so klar, dass es nichts bringt, sich da gross Gedanken zu machen», sagt Stillhart.

Krönung der Kontinuität

Letztlich wurde der FCL am Pfingstmontag aber auch für seine Kontinuität in Bezug auf die sportlichen Entscheidungsträger und seine Geduld belohnt. Nie schien Trainer Celestini an der Seitenlinie nervös zu werden. Der Waadtländer hatte schon nach missglücktem Saisonstart mit sieben sieglosen Spielen in Folge stets die Ruhe bewahrt. Celestini glaubte an sein System und sein Team - und Präsident Wolf liess die sportliche Leitung auch nach seiner Übernahme weiterarbeiten. Der Präsident verstand sich als Sparring-Partner, nicht als Alleinherrscher. 29 Jahre nachdem er sich als FCL-Spieler unsterblich gemacht hat, ist er es auch als Präsident.

Telegramm:

St. Gallen - Luzern 1:3 (1:2)

Wankdorf, Bern. - SR Tschudi. - Tore: 27. Ndiaye (Schürpf) 0:1. 31. Wehrmann (Schaub) 0:2. 42. Adamu 1:2. 70. Schürpf (Tasar) 1:3.

St. Gallen: Zigi (65. Watkowiak); Lüchinger (46. Guillemenot), Stergiou (65. Cabral), Fazliji, Muheim; Görtler, Stillhart, Quintilla, Ruiz; Adamu (74. Babic), Youan (74. Duah).

Luzern: Müller; Schwegler, Burch, Knezevic, Frydek; Schaub (87. Grether), Wehrmann, Ugrinic, Ndiaye (55. Tasar); Schürpf, Sorgic.

Bemerkungen: St. Gallen ohne Kräuchi (verletzt). Luzern ohne Alabi, Binous, Ndenge und Schulz (alle verletzt). Verwarnungen: 44. Ndiaye (Foul). 81. Guillemenot (Foul). 81. Knezevic (Unsportlichkeit). 92. Frydek (Foul).

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. Mai 2021 13:20
aktualisiert: 24. Mai 2021 17:36