Dokfilm über St.Galler Fussballer

«Barnetta hielt sein Versprechen»

Laurien Gschwend, 19. Mai 2020, 13:15 Uhr
Zum Karriereende kehrte Barnetta in die Heimat zurück – und trug noch einmal Grün-Weiss. (Archivbild vom 22. Mai 2019)
© Keystone
Angefangen bei einem Quartierverein, legte Tranquillo Barnetta eine beispiellose Karriere beim FC St.Gallen, in der deutschen Bundesliga und in der Schweizer Nati hin. Nun äussert sich der St.Galler erstmals nach seinem Karriereende.

Als 17-Jähriger debütierte Tranquillo Barnetta im Jahr 2002 für den FC St.Gallen – mit doppeltem Alter war dann Schluss. Der «verlorene Sohn» lief in Zürich vor rund einem Jahr zum letzten Mal für seinen Herzensclub auf und verabschiedete sich von den Fans in jener Kurve, in der er schon als Bub gestanden war. «Das war sehr emotional für mich», sagt der heute 34-jährige «Quillo».

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Quelle: TVO

«Barnetta hielt sein Versprechen und kam zurück, das macht heute nicht jeder», sagt der St.Galler Videojournalist David Lendi, der einen Dokumentarfilm über die Laufbahn des Fussballers realisiert hat. Darin äussert sich der junge Vater, der sonst kaum Interviews gibt, exklusiv über seine abgeschlossene Karriere als Fussballprofi. Er erklärt, weshalb er niemals zum FC Basel wechseln wollte und spricht über Feierlaunen, seine Bodenständigkeit und den Frust, nicht aufgestellt zu werden.

«Rudi Völler fuhr mir ein»

Auch verschiedene Wegbegleiter Barnettas kommen in dem Film zu Wort. Darunter Vater Willo Barnetta, FCSG-Präsident Matthias Hüppi, Ex-Bayer-Leverkusen-Geschäftsführer Reiner Calmund und die Fussball- und Trainerlegende Rudi Völler. «Für mich als fussballbegeisterte Person war es schon heftig, als plötzlich Rudi Völler den Raum betrat», sagt Lendi. «Mir fuhr ein, wie eine Person, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte, mir ein Interview über einen Fussballer aus meiner Heimat gab.»

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Vor rund einem Jahr, bei «Quillos» letzten Auftritten in Grün-Weiss, nahm Lendi seine Arbeiten für seinen Dokfilm auf. Er kontaktierte die Wegbegleiter und besuchte sie in Deutschland. «Für mich war das Projekt sehr spannend – ich kenne Barnetta noch aus Kindheitstagen. Als er mit 17 Jahren im Espenmoos spielte, war ich als Elfjähriger dabei.»

David Lendi (rechts) trifft Rudi Völler

© zVg

Herausgekommen ist ein halbstündiger Fernsehbeitrag. Dieser ist am Auffahrtsdonnerstag ab 18 Uhr – stündlich wiederholt – beim Ostschweizer Fernsehen TVO zu sehen.

«Nie an solche Karriere gedacht»

Schon seit er laufen konnte, interessierte sich Tranquillo Barnetta für den Fussball. Jeden Abend kickte er auf dem Fussballplatz in seinem Heimatquartier Notkersegg, irgendwann nahm ihn sein Bruder mit zum Training beim FC Rotmonten. Der FCSG klopfte an und die Profikarriere wurde in die Wege geleitet. «Dabei hatte ich immer den Eindruck, andere seien besser als ich», meint Barnetta rückblickend. Und auch Vater Willo sagt: «Wir hätten nie gedacht, dass einmal eine solche Karriere entstehen könnte.»

Es folgten sieben Jahre bei Bayer Leverkusen, drei Jahre stand Barnetta bei Schalke unter Vertrag. Insgesamt 75 Länderspiele bestritt der Ostschweizer mit italienischen Wurzeln zwischen 2004 und 2014 mit der Schweizer Nationalmannschaft. 2015 wollte es Barnetta nochmals wissen und wechselte in die USA zu Philadelphia Union, ehe er 2017 zu den Espen zurückkehrte.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Mai 2020 06:46
aktualisiert: 19. Mai 2020 13:15