Bernhard Russi: «Matthias muss sich vor den Haifischen schützen»

René Rödiger, 13. Dezember 2017, 18:33 Uhr
Wenige Menschen kennen den neuen FCSG-Präsidenten Matthias Hüppi so gut wie Bernhard Russi - jahrelang haben die beiden auf SRF zusammen Skirennen kommentiert. Russi hat gejubelt, als er erfuhr, was Hüppi künftig machen wird. Und er erklärt, weshalb er Aktien des FC St.Gallen hat.

Daniel Walt/St.Galler Tagblatt

Bernhard Russi, was war Ihr erster Gedanke, als Sie erfahren haben, dass Matthias Hüppi neuer Präsident des FC St.Gallen wird?
Bernhard Russi: Ich habe gejubelt. Schon zu unseren gemeinsamen SRF-Zeiten spürte ich, dass Matthias zu Grösserem fähig ist. Er ist ein toller Kommunikator und Motivator. Zudem hat er Macherqualitäten – diese Seite konnte er bei SRF eher weniger ausleben, dort ist das eine eher träge Angelegenheit.
Wussten Sie vorab von Hüppis Entscheid, ins Fussballbusiness einzusteigen?

Russi: Nein, ich war darüber nicht im Bild.

Matthias Hüppi hat am Rande der Medienkonferenz verraten, dass Sie Aktionär des FC St.Gallen sind. Wie ist es dazu gekommen?

Russi: Matthias fragte mich vor einigen Jahren, ob ich Interesse an Aktien des Clubs hätte. Ich habe dann beschlossen, einzusteigen. Kurz darauf hat der FC St.Gallen einen Torhüter verpflichtet. Ich fragte mich dann schon, wieso man mein Geld nicht in einen Stürmer investiert – man sollte doch vor allem Tore schiessen und nicht verhindern… (lacht)

Wie viele Aktien haben Sie denn erworben?

Russi: Das behalte ich für mich. Nur so viel: Mehrheitsaktionär bin ich nicht…

Hatten Sie vor Ihrem Engagement einen Bezug zum FC St.Gallen?

Russi: Nein, gar nicht. Mein einziger Bezug zum Verein war Matthias. Ich habe im Übrigen auch keine anderen Aktien eines Schweizer Fussballclubs. Mein Aktien-Portfolio ist im Bereich Sport sehr beschränkt.

Aber seit Sie Miteigentümer des FC St.Gallen sind, interessiert Sie der Club mehr als zuvor?

Russi: Auf jeden Fall. Ich verfolge, wie der FCSG gespielt hat, und freue mich über Siege. An einem Match war ich hingegen noch nie.

Matthias Hüppi übernimmt mit dem FCSG-Präsidium einen spannenden, aber auch heiklen Job – einen, der schwieriger zu erledigen sein dürfte als das jahrelange Kommentieren von Skirennen an Ihrer Seite. Was qualifiziert ihn in Ihren Augen für diese Aufgabe?

Russi: Matthias kennt den Fussball in- und auswendig, ebenso die Mechanismen im Sport. Zudem hat er ein rasches Auffassungsvermögen und lässt sich auch etwas sagen.

Wovor muss sich Hüppi im Haifischbecken eines Super-League-Clubs in Acht nehmen?

Russi: Er muss sich vor den Haifischen schützen. Matthias ist ein grundehrlicher Typ mit einer grossen Sozialkompetenz. Ethik spielt in seinem Leben eine grosse Rolle.

Wird man Sie nun, wo Ihr guter Freund FCSG-Präsident ist, ab und an im Kybunpark antreffen?

Russi: Auf jeden Fall, ein erster Besuch dürfte nicht sehr lange auf sich warten lassen. Das einzige Problem ist: Ich bin kein Fan von Winterfussball.

René Rödiger
veröffentlicht: 13. Dezember 2017 18:33
aktualisiert: 13. Dezember 2017 18:33