FCSG - Servette

«Boris Babic steht unmittelbar vor der Rückkehr»

Christoph Thurnherr, 4. Oktober 2020, 06:47 Uhr
Boris Babic im Spiel gegen Servette vom 9. Februar 2020. Eine Woche später riss er sich das Kreuzband.
© keystone
Das hat es schon lange nicht mehr gegeben: Der FC St.Gallen empfängt am Sonntag Servette – vor 10'000 Zuschauern. Und das sind nicht die einzigen guten Nachrichten aus dem Kybunpark.

Der FC St.Gallen grüsst bereits nach der zweiten Runde von der Spitze der Tabelle der Super League und spielt genauso stark weiter wie letzte Saison. Könnte man zumindest meinen – und gemessen an der maximalen Punkteausbeute stimmt das auch.

Auch musste der FC St.Gallen noch keine Gegentore hinnehmen. Doch die guten Statistiken erzählen nicht die ganze Geschichte: Gegen Sion spielte St.Gallen mehr als eine halbe Stunde in Überzahl und Aufsteiger Vaduz gelang in der Nachspielzeit beinahe der Ausgleich.

Beide Spiele endeten mit einem knappen 1:0. Ein Umstand, den auch Cheftrainer Peter Zeidler anerkennt: «Wir wissen, dass wir noch nicht grandios gespielt haben. Einerseits haben wir zu wenige Chancen herausgespielt und zu viele zugelassen. Es ist nötig, dass wir uns steigern – denn der Gegner wird besser sein als die letzten beiden.»

10'000 Fans im Rücken 

Servette muss den weiten Weg aus Genf antreten, doch die Mannschaft von Trainer Alain Geiger tut dies mit einem überzeugenden Sieg gegen Basel im Gepäck. Eine klare Steigerung gegenüber dem Saisonauftakt gegen Lausanne – aber die ist auch aus Sicht der Westschweizer nochmals nötig.

In der letzten Saison gelang es ihnen nicht, die St.Galler zu schlagen. Und im Kybunpark gab es zwei Niederlagen für die Genfer. Dazu kommt, dass der FC St.Gallen erstmals wieder auf breitere Unterstützung im Stadion bauen darf: Am Sonntag dürfen anstatt nur 1000 erstmals wieder 10'000 Personen ins Stadion.

Das allein macht das Spiel gegen Servette zu einem Meilenstein für den FC St.Gallen. Die Fankultur hat im Osten grosse Bedeutung, der FC hat in den letzten Monaten viel Solidarität erfahren und von seinen Fans einen Vorschuss bekommen.

«Wir wollen danke sagen»

Rund 7500 Namen sind auf einer neuen Tafel im Kybunpark verewigt: Es sind die Namen derjenigen, die auf eine Rückerstattung des alten Saisonabos verzichtet und sich, ohne zu wissen, wann und ob in der neuen Saison Zuschauer erlaubt sein würden, ein neues Saisonabo gekauft haben.

Rund 7500 Namen von Privatpersonen und Unternehmen sind hier verewigt. 

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Sie sind es auch, die am Sonntag Zugang zum Kybunpark erhalten werden, zusammen mit Neuabonnenten. In den regulären Verkauf gelangen fast keine Tickets. Ans grosse Geldverdienen ist mit dem Corona-bedingten Zusatzaufwand deswegen nicht zu denken. Darum gehe es aber auch gar nicht.

«Wir wollen auf diese Art danke sagen», sagt Präsident Matthias Hüppi. «Uns ist klar: Wir können nicht ewig an die Solidarität appellieren. Viele unserer Fans haben bereits in der letzten Saison auf sechs Heimspiele verzichtet, das vergessen wir nicht.»

Babic «unmittelbar» vor Rückkehr

Es wäre möglich, dass die verstärkte Unterstützung von den Rängen dem FC St.Gallen zu mehr Offensivschwung verhilft. Aber es gibt auch von personeller Seite gute Nachrichten: Stürmer Boris Babic steht nach seinem Kreuzbandriss offenbar kurz vor dem Comeback.

«Boris steht unmittelbar vor der Rückkehr», bestätigt Peter Zeidler. «Wir müssen aber den richtigen Moment abwarten, um ihn wieder einzusetzen.» Nach einem Einsatz am Sonntag gegen Servette klingt das zwar noch nicht, aber lange gedulden werden sich die Fans nicht mehr müssen.

Seine bevorstehende Rückkehr dürfte auch die Konkurrenten im Sturm noch einmal zu Höchstleistungen motivieren. Das dürfen Sie am Sonntag unter Beweis stellen – Anpfiff ist um 16 Uhr im Kybunpark, das Spiel gibt es auch live auf FM1Today.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. Oktober 2020 14:57
aktualisiert: 4. Oktober 2020 06:47