Das sind die FCSG-Baustellen

René Rödiger, 8. Juni 2017, 09:21 Uhr
Wir wollen die St.Galler nach jedem Spiel jubeln sehen.
© KEYSTONE/Sebastian Schneider
In der Sommerpause wird der Grundstein für eine erfolgreiche nächste Saison gelegt. Wir haben analysiert, wo der FC St.Gallen den grössten Handlungsbedarf hat.

Am 19. Juni beginnt beim FC St.Gallen bereits wieder das Training für die nächste Saison. Der Sportchef und die Spielerberater sind aber natürlich schon seit viel längerer Zeit an der Planung. Wie soll das Kader aussehen? Wo muss sich der Club noch verbessern? Wo gibt es noch Potenzial?

Auch wir haben uns für einmal in diese Rolle gewagt. Diese 7 Baustellen haben wir entdeckt:

1. Die Verteidigung

Der FC St.Gallen hat in der vergangenen Saison viel zu oft sogenannt «einfache» Tore bekommen. Ausserdem ist nicht klar, ob Silvan Hefti gehalten werden kann. Angeblich sollen Montpellier und auch Stoke am Verteidiger interessiert sein. So oder so besteht nach dem Abgang von Mario Mutsch mindestens auf der rechten Seite Handlungsbedarf.

2. Der Angriff

Geht Albian Ajeti nach Basel? Ist Boris Babic schon bereit, mehr Spiele für den FC St.Gallen zu machen? Wer soll sonst die Tore für die Espen schiessen? Der FC St.Gallen braucht einen treffsicheren Stürmer. Die Chancenverwertung ist nämlich alles andere als optimal. Mit 43 Toren aus 146 Schüssen aufs Tor liegt der FCSG in dieser Statistik auf dem letzten Platz. Was, wenn auch noch Ajeti geht?

3. Die Standards

Vergessen wir für einmal das Aleksic-Traumtor gegen Basel: Der FC St.Gallen ist nach Eckbällen und Freistössen einfach zu ungefährlich. Andererseits bekommen die Espen zu viele Tore nach Standardsituationen. Dabei gehört dies zu den wenigen Sachen im Fussball, die man ausgezeichnet trainieren kann.

4. Die hohen Bälle

Häufig wird die Lösung in weiten, hohen Bällen gesucht. Doch der FC St.Gallen ist in dieser Disziplin definitiv nicht Spitzenreiter. Selbstverständlich können nicht alle Mannschaften ihre Tore wunderschön und flach herausspielen. Aber ein bisschen mehr Sorgfalt zum Ball dürfte erwartet werden. Hier merkt man den Einfluss von Contini aber bereits. In den letzten Matches versuchte St.Gallen öfter, spielerische Lösungen zu finden.

5. Die Spielfreude

Unter Trainer Giorgio Contini wieder klar da. Jetzt hoffen wir, dass diese Baustelle der Vergangenheit auch nach der Sommerpause definitiv der Vergangenheit angehört und die Spieler in der Saison 2017/2018 mit dieser riesigen Spielfreude zurückkehren.

6. Die Ambitionen

«Ligaerhalt», heisst es vor jeder Saison. Wir wissen, dass ein Meistertitel vermessen ist, schliesslich spielt auch noch der FC Basel in der Super League. Aber ein bisschen mehr Ambitionen würden wir uns trotzdem wünschen.

7. Der Goalie

Nicht unbedingt eine Baustelle, aber sicherlich eine schwierige Entscheidung. Klar: Daniel Lopar ist ein unglaublich starker Torwart auf der Linie. Allerdings gibt es bei ihm immer kleinere Unsicherheiten, wenn er aus dem Tor raus muss. Zuletzt machte im Tor der Espen Neuzugang Dejan Stojanovic eine super Figur. Für Trainer Giorgio Contini wird die Entscheidung nicht einfach. Setzt er auf Jungspund Stojanovic (23, Vertrag bis 2018)? Oder bleibt das FCSG-Urgestein Lopar im Tor (32, Vertrag bis 2019)?

Bonus: Das Trainingslager

Zuletzt musste Tranquillo Barnetta aufs OpenAir St.Gallen verzichten. Sein Engagement in den USA liess einen Besuch nicht zu. Und jetzt dies: Der FC St.Gallen ist genau während dem Festival im Trainingslager! Oder wie es Quillo im Fussballtalk «Penalty Bar» sagte: «Ich weiss auch nicht, wer das geplant hat...» Also bitte, liebe Verantwortlichen beim FC St.Gallen: Plant künftig ein bisschen besser!

René Rödiger
Quelle: rr
veröffentlicht: 8. Juni 2017 09:21
aktualisiert: 8. Juni 2017 09:21