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«Fair Play Trophy»

Der FC St.Gallen gewinnt doch noch was

31. Mai 2021, 18:05 Uhr
Die St.Galler hätten zweifellos lieber den Cup gewonnen.
© Ralph Ribi Tagblatt
Zum Cupsieg reichte es dem FC St.Gallen nicht, eine Auszeichnung gibt es von der Liga dennoch. Dass der FC St.Gallen einen Fair-Play-Preis trotz Abstiegskampf gewinnt, ist eher untypisch.

Kämpfen, beissen, grosser körperlicher Einsatz - diese Eigenschaften gehören zur DNA des FC St.Gallen. Trotzdem blieben die St.Galler Spieler in dieser Spielzeit äusserst fair: Mit 76 Strafpunkten haben sie von allen Super-League-Vereinen am wenigsten angehäuft. Die Punkte setzen sich zusammen aus 65 gelben, zwei gelb-roten Karten und einer direkten roten Karte.

Dafür erhält der FC St.Gallen die Fair Play Trophy der Super League, dotiert mit 50'000 Franken.

St.Gallen zu nett? 

Eine Auszeichnung für faires Spiel klingt zwar nett, ist aus Sicht eines Trainers aber kaum erstrebenswert. Vor allem, wenn sich die Mannschaft am unteren Ende der Tabelle befindet. So muss sich eine Mannschaft vielleicht vorwerfen lassen, dass sie eben zu nett war, die Gegner gewähren liess, zu wenig Biss zeigte.

Das zeigt sich auch an den Plätzen zwei und drei bei dieser Wertung, sie gehen an YB und Basel, den Meister und den Vizemeister. Mannschaften, die es aufgrund ihrer Dominanz (vor allem YB) eher nicht nötig hatten, viele Fouls zu begehen.

Solche Vorwürfe an St.Gallen sind jedoch nur bedingt zulässig. Denn oftmals spielte die Zeidler-Elf gross auf, spielte nicht wie ein vermeintlicher Abstiegskandidat, belohnte sich einfach viel zu selten. Und viele VAR-Kontroversen gingen nicht zu Gunsten der St.Galler aus. Das eine oder andere taktische Foul mehr hätte jedoch sicher nicht geschadet.

Zweiter Platz bei der Nachwuchsförderung

Dies ist vielleicht auch der fehlenden Erfahrung geschuldet. Trainer Zeidler setzt gern auf junge Talente - was dem FC St.Gallen immerhin eine gute Platzierung beim Nachwuchsförderungssystem «Effizienzkriterien» (ehemalige U-21 Tropy) einbringt.

Die Clubs erhalten Punkte, wenn U-21 Spieler mit Schweizer Pass in der Startelf stehen. Die beiden Stammspieler Leonidas Stergiou und Betim Fazliji sammelten fleissig Punkte für St.Gallen und erreichten damit die meisten U-21-Startelf-Einsätze eines Vereins.

Doch wie im Cupfinal muss sich St.Gallen hier dem FC Luzern geschlagen geben. Denn bei den Innerschweizern verteilen sich die Einsätz auf mehr junge Schultern - was mehr Punkte brachte.

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Mai 2021 18:04
aktualisiert: 31. Mai 2021 18:05