FCSG Generalversammlung

Der FCSG braucht wieder eine Finanzspritze

23. November 2019, 08:41 Uhr
Der derzeitige sportliche Höhenflug sorgt beim FC St.Gallen für gute Stimmung. Trotzdem muss der Verein bei der Generalversammlung Abschreibungen von gut vier Millionen Franken erläutern. Für nächstes Jahr ist eine ausserordentliche Generalversammlung geplant, um das Eigenkapital aufzustocken.

Dass es beim FC St.Gallen sportlich stimmt, war an der Generalversammlung vom Samstag deutlich spürbar. Gleich zu Beginn sorgte Espen-Präsident Hüppi für Lacher: «Hier sind mehr Leute als Stühle.» Damit hatte der Clubpräsident recht, waren doch 695 Aktionäre in der Olma Halle 2.1 anwesend, um der Versammlung beizuwohnen. Nach der Begrüssung, welche von viel Applaus – unter anderem für Neu-Nationalspieler Cedric Itten – begleitet wurde, ging Hüppi zur Tagesordnung über.

Ausserordentliche Generalversammlung geplant

Dass der FC St.Gallen finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, war bereits vor der Generalversammlung bekannt. Für Aufregung sorgte die Ankündigung, dass im nächsten Jahr eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen werden soll, um eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Diese soll dazu verwendet werden, den wirtschaftlichen Kurs weiter zu verfolgen und das strukturelle Defizit abzubauen. Dass das zusätzliche Kapital nicht einfach in teure Neuverpflichtungen investiert werden soll, machte Finanzchef Christoph Hammer im Nachgang zur Generalversammlung klar: «Wir werden damit nicht für Millionen von Franken neue Spieler kaufen.» Über die Höhe der geplanten Kapital-Aufstockung gab der Finanz-Chef keine Auskunft – man werde zu gegebener Zeit informieren.

Hohe Abschreibungen belasten das Budget

Die geplante Kapitalerhöhung war nicht der einzige delikate Punkt auf der Traktandenliste: Dem Club bereiten auch hohe ausserordentliche Abschreibungen Bauchschmerzen. Hammer zeigte den Anwesenden anhand einer Illustration mit Fussbällen, wie die Wertverminderungen von gut vier Millionen Franken zustande kamen. Die hohe Summe setzt sich aus zwei Posten zusammen: So wurden die Abschreibungen mit einer längeren Laufzeit bewertet, was eine Korrektur von 3,5 Millionen Franken notwendig machte. Zudem wurde eine Inventur durchgeführt. Diese förderte zutage, dass Mobiliar wie beispielsweise ausgemusterte EDV-Anlagen nach wie vor in den Büchern erschienen – auch hier war eine Anpassung notwendig. Trotz dieses Rückschlags: Hammer überzeugte die Aktionäre mit Aussagen wie: «Wir sind trotz dieser Sonder-Abschreiber auf Kurs» und bekam dafür viel Zuspruch aus dem Publikum.

Wenig Voten, viel Prominenz

Die stürmischen Zeiten, in welchen die alte Vereinsführung sich kritischen Voten stellen musste, gehören definitiv der Vergangenheit an. Insgesamt meldeten sich vier Aktionäre zu Wort. So wurde etwa der Wunsch an die Vereinsführung geäussert, die Stadionhülle mit einem grossen FC St.Gallen-Logo zu versehen. Der Votant erntete für seinen Vorschlag viel Applaus. Präsident Hüppi versprach, sich der Sache anzunehmen. Unter den Applaudierenden befanden sich auch Stadtpräsident Thomas Scheitlin, Ex-Skirennfahrer Bernhard Russi oder SRF-Urgestein Beni Turnheer. Am Schluss war es erneut Hüppi, welcher die Versammlung mit einem Seitenhieb beendete: «Bei uns hat es mehr Leute an der Generalversammlung, als bei anderen Clubs im Stadion.»

 

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 23. November 2019 07:49
aktualisiert: 23. November 2019 08:41