Dritte Pleite in Serie

David Lendi, 18. April 2017, 10:38 Uhr
Der FC St.Gallen musste am Ostermontag eine 0:2-Niederlage in Luzern einstecken. Trotz Tranquillo Barnetta tun sich die Espen schwer, ernstzunehmende Torchancen zu kreieren. Hier geht's zu den Spielernoten.

Resultatmässig blieben die St.Galler lange im Spiel, bis Kryeziu zwanzig Minuten vor Schluss mit einem satten Weitschuss seine Farben auf die Siegesstrasse brachte. Auf diesen Rückschlag konnten die Gäste nicht reagieren, im Gegenteil. Fünf Minuten vor Schluss profitierte Babbels Joker Itten von einem Schulz-Aussetzer und sorgte mit dem 2:0 für die Vorentscheidung.

Tor 

Daniel Lopar, Note: 4

Auch heute kann man ihm keinen Vorwurf machen. Beim Schuss von Kryeziu hatte er keine Abwehrchance und auch beim 2:0 gibt's für ihn nicht viel zu machen.

Verteidigung

Silvan Hefti, Note: 4

Spielte vor allem im Spiel gegen den Ball einen soliden Part, nach vorne fehlte es an der nötigen Präzision im Abspiel. Sein Aufwand ist aber lobenswert. Wenn es für seine Farben nicht läuft, sind seine Tempovorstösse ein probates Mittel.

Karim Haggui, Note: 4

Gewann viele seiner persönlichen Duelle. Vor allem Marco Schneuwly konnte er mehrheitlich abmelden.

Kofi Schulz, Note: 2

Sah bei beiden Gegentoren schlecht aus. Beim 0:1 könnte er die Szene befreien, stattdessen spielte er die Kugel zentral vors Tor auf Gouaida, welcher den Ball nicht kontrollieren konnte. Beim 0:2 hob er das Abseits auf.

Mittelfeld

Toko, Note: 4

Kehrte nach seinem Ausflug auf dem Flügel wieder ins Zentrum zurück. Vor der Abwehr ersetzte er den gelbgesperrten Gelmi, ohne gross auf- oder abzufallen.

Marco Aratore, Note: 4

Aus dem Spiel heraus wurde es nur einmal richtig gefährlich, bei diesem Angriff hatte Aratore seine Füsse im Spiel. Klasse, wie er den Ball nach 13 Minuten in den Rücken der Luzerner-Abwehr spielte. Ansonsten fehlte im die Durchschlagskraft, meistens provozierte er nur Eckbälle. Nach 84 Minuten wurde Aratore durch Cueto ersetzt.

Mohamed Gouaida, Note: 3

Er traf zwar hie und da die richtige Entscheidung, konnte sich aber nie wirklich ins St.Galler-Spiel einbinden. Auch wenn der Pass von Schulz beim 0:1 ins Zentrum unnötig war, dürfte man von einer HSV-Leihgabe erwarten, dass er diesen Pass kontrollieren kann.

Andreas Wittwer, Note: 3

Hatte einen schweren Stand auf der linken Aussenbahn. Bis zu seiner Auswechslung kam er nie richtig in die Partie. Auch er trug seinen Teil dazu bei, dass die St.Galler offensiv harmlos blieben. Zehn Minuten vor Schluss kam Buess für ihn in die Partie.

Sejad Salihovic, Note: 3,5

Machte bei seinem Startelf-Début kurz nach der Pause auf seinen gefährlichen Fuss aufmerksam. Er war stets ruhig am Ball und überzeugte mit feiner Technik. Ansonsten konnte er die fehlende Spielpraxis nicht  verbergen. Nach 82 Minuten wurde er durch Tafer ersetzt.

Tranquillo Barnetta, Note: 4

Kehrte nach der Gelbsperre ins Team zurück. War bemüht, blieb aber zu oft an einem Luzerner-Gegenspieler hängen. Gegen Ende des Spiels probierte er es aus der Entfernung. Seine beiden Distanzschüsse waren für Luzerns Schlussmann aber kein Problem.

Sturm

Albian Ajeti, Note: 4

Erneut ein schwieriges Spiel als einsame Sturmspitze. Nach 13 Minuten vergab er seine beste Chance, als er aus guter Abschlussposition den Ball nicht richtig traf. Sonst war er es, der Freistösse und Eckbälle provozierte.

FM1Today-Teamschnitt: 3,6

Fazit: Die Zentralschweizer haben sich diesen 2:0 Heimsieg verdient. Sie waren über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft und suchten viel entschlossener nach dem Führungstreffer. Bitter für die Espen: Beide Gegentore hätte man verhindern können. Beim 1:0 durch Kryeziu konnte Gouaida das Spielgerät nicht wunschgemäss kontrollieren, beim zweiten Gegentor durch Itten hob Schulz das Abseits auf. Die Ostschweizer bleiben somit nicht nur sieglos, sondern auch torlos. In den letzten drei Spielen erzielten die Espen lediglich einen Treffer. Auch heute blieben die St.Galler in der gefährlichen Zone meistens harmlos.

In der Tabelle trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Lugano konnte mit dem Sieg gegen Thun den fünften Tabellenrang behaupten. Neu beträgt der Vorsprung auf St.Gallen sechs Punkte. St.Gallen führt die untere Tabellenhälfte an, wenn auch nur mit einem Polster von vier Punkten auf den Tabellenneunten Thun.

Nächsten Sonntag treffen die Ostschweizer auf die Berner Oberländer aus Thun. Dann bietet sich den Espen die nächste Gelegenheit, auf die Erfolgsspur zurückzukehren. Anpfiff ist um 13:45.

David Lendi
veröffentlicht: 17. April 2017 21:17
aktualisiert: 18. April 2017 10:38