Anzeige
Rassismusvorwurf

«Es tut weh, wenn eine ganze Kurve in eine Ecke gestellt wird»

27. August 2021, 17:35 Uhr
Matthias Hüppi findet am Freitag klare Worte zu den Rassismusvorwürfen der letzten Woche. Der Präsident spricht von den Werten des Vereins, der Nähe zu den Fans und über schockierende Reaktionen.
Matthias Hüppi findet klare Worte zu den Rassismusvorwürfen.
© Keystone-SDA

Normalerweise verlaufen die Medienkonferenzen vor den FCSG-Spielen relativ emotionslos. Nicht so an diesem Freitag. Neben Mediensprecher David Gadze und Cheftrainer Peter Zeidler, sass diese Woche auch Präsident Matthias Hüppi vor den Medien.

Klare Werte und klare Worte

«Alleine meine Präsenz zeigt, dass wir das Thema ernst nehmen und nicht versuchen, es unter den Teppich zu kehren», eröffnet Hüppi die Runde. Der Präsident spricht die Rassismusvorwürfe vom letzten Wochenende an.

Die Vorfälle hätten den 63-Jährigen sehr beschäftigt: «Es sind nicht nur meine Werte als Mensch, sondern auch unsere Werte als Verein, dass wir uns klar gegen Diskriminierung und Rassismus stellen.» Als Präsident sei es seine Aufgabe, den Verein vor Schaden zu bewahren: «Und solche Vorfälle bedeuten einen unmittelbaren Schaden für den Verein.»

Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: SRF

Als die Medienschaffenden nach diesem Statement nach der Fanarbeit fragen, reagiert Hüppi etwas emotionaler. Der Verein und die Fans würden sich sehr nahe stehen, was mit harter Arbeit und permanenter Kommunikation zu tun habe: «Darum tut es weh, wenn eine ganze Kurve in eine solche Ecke gestellt wird. Wir als FC St.Gallen wollen keine Leute im Stadion, die unsere Werte beschädigen.»

«Schockierende Reaktionen»

Am Tag nach den Vorfällen waren die Reaktionen von allen Seiten laut. Nur der FC St.Gallen blieb ruhig. Man habe nicht gewusst was genau vorgefallen war und man wollte keiner Seite mehr Munition geben: «Die Reaktionen waren schockierend und die Spannweite riesig. Leute haben den Verein als rassistischen Sauverein dargestellt und auf der anderen Seite wurde Rassismus verharmlost.» Man habe versucht in dieser Hitze sachlich zu bleiben und habe sich auf eine Frage konzentriert: was ist passiert?

Fayulu reicht Strafanzeige ein

Mit dieser Frage befassen sich nicht nur die Espen, sondern auch die Staatsanwaltschaft und die Swiss Football League. Nachdem die Liga bereits am Sonntag ein Verfahren eingeleitet hat, wurde am Freitag auch bekannt, dass Sion-Torhüter Fayulu eine Strafanzeige eingereicht hat. «Die Ermittlungen laufen. Dazu kann ich aber nur sagen, dass der FC St.Gallen alles dafür tut, die Vorfälle aufzuklären», sagt Hüppi.

(mau)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. August 2021 17:25
aktualisiert: 27. August 2021 17:35