Espen gewinnen Cup-Revanche dank Eigentor

Nina Müller, 5. November 2018, 05:28 Uhr
Dank gütiger Mithilfe der Sittener Fickentscher und Neitzke, die einen Sierro-Eckball ins eigene Tor bugsieren, gewinnt der FC St.Gallen im Wallis mit 0:1. Danach kommen die Espen noch zu weiteren hochkarätigen Chancen, verpassen aber einen Ausbau der Führung. Hier die Spielerbewertung.

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 5,0. Aufgrund des offensiven Spielsystems von Peter Zeidler halten sich seine Zu-Null-Spiele in Grenzen. Umso schöner, kann er sich und seiner Mannschaft mit einer mehrheitlich tadellosen Leistung einmal ein solches ermöglichen.

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 3,5. Leitet mit feinen Pässen einige Angriffe schön ein, harmoniert dabei gut mit Kekuta Manneh. Wären da nur nicht seine Schwächen im defensiven Zweikampfverhalten, durch die er am Schluss beinahe noch den Ausgleich verschuldet

Alain Wiss: Note 4,5. Kaum zu glauben – für den Routinier ist es das Startelfdebüt in der Meisterschaft unter Peter Zeidler. Agiert am Anfang nicht ganz fehlerlos, steigert sich dann aber und räumt fast alles ab.

Silvan Hefti: Note 5,0. Der St. Galler Captain zeigt eine klar verbesserte Leistung im Vergleich zur Cup-Partie gegen den gleichen Gegner, in der er bei den Gegentoren nicht allzu gut aussah. Überzeugt insbesondere immer wieder im Zusammenspiel mit Spielgestalter Quintillà.

Axel Bakayoko: Note 5,0. Zuletzt aufgrund taktischer Schwächen oft gescholten, spielt er gegen Sion wie neu erfunden. Physisch stärker und schneller als jeder Gegenspieler, dazu offensiv mit unglaublich viel Punch.

 

Mittelfeld:

Peter Tschernegg: Note 4,0. Wird nach einem taktischen Foul im Mittelfeld schon früh verwarnt, danach wirkt er in Zweikämpfen leicht gehemmt. Arbeitet gut nach hinten, beim Spiel nach vorne fehlen teilweise die Ideen.

Jordi Quintillà: Note 5,5. Weiss immer schon, wohin er den Ball spielen wird, bevor er ihn überhaupt erhält. Es unterlaufen ihm deshalb kaum Fehlpässe, er wird von seinen Teamkollegen im Spielaufbau immer wieder gesucht und hat wohl die meisten Ballkontakte seines Teams.

Vincent Sierro: Note 4,5. Seine Ex-Team kennt ihn gut und nimmt ihn jeweils mindestens zu zweit in Deckung, weshalb er Mühe hat, ins Spiel zu finden. Immerhin schafft er so viel Platz für seine Mitspieler.

Sturm:

Kekuta Manneh: Note 5,5. Eine echte Granate, die Sion-Verteidiger werden noch lange Albträume von ihm haben – sie sehen jeweils nur seine Rückennummer. Einziges und grosses Manko: die Chancenverwertung. An einem guten Tag beendet er die Partie mit einem Hattrick.

Yannis Tafer: Note 3,5. Weicht aus dem Sturmzentrum immer wieder auf die Aussenbahn aus, wirkt teilweise wie ein Fremdkörper im St. Galler Spiel. Seine goldene Chance vergibt er, weil er das leere Tor aus drei Metern Entfernung nicht trifft.

Alessandro Kräuchi: Note 4,0. Wie Tafer weitestgehend glücklos, teilweise mit eklatanten Schwächen bei der Ballannahme. Steigert sich zwar im Verlauf des Spiels, sein Ersatz Kutesa hat aber in weniger Einsatzzeit die besseren Szenen.

 

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,5.

Fazit: Der Sieg hätte definitiv höher ausfallen müssen, insbesondere Manneh und Tafer sündigten teils böse im Abschluss. Nichtsdestotrotz ist der Sieg hochverdient, von Sion kam über weite Strecken des Spiels gar nichts. Umso bitterer ist natürlich das Cup-Out unter der Woche gegen einen derart inferioren Gegner – immerhin kann sich die junge Mannschaft von Peter Zeidler jetzt auf die Meisterschaft konzentrieren.

(Johannes Graf)

 

Nina Müller
veröffentlicht: 5. November 2018 05:27
aktualisiert: 5. November 2018 05:28