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Espen waren vor dem Sion-Tor eiskalt

Raphael Rohner, 6. März 2017, 08:27 Uhr
Der FC St. Gallen verwertet seine Chancen für einmal eiskalt und nimmt so eher glücklich drei Punkte aus dem Stade de Tourbillon mit in die Ostschweiz. Bedanken dürfen sich die Espen vor allem bei Doppeltorschütze Yannis Tafer, welcher zwei wunderschön herausgespielte Angriffe veredelte. Hier die Spielerbewertung:

Tor:

Daniel Lopar. Note: 5,5. Anfangs beinahe beschäftigungslos, lässt er gegen Ende des Spiels die Sittener Stürmer beinahe verzweifeln. Vereitelt den Ausgleich stark auf der Linie gegen Bia und ist auch in der Strafraumbeherrschung eine Macht.

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 4,5. Schöner Querpass auf Tafer vor dem zweiten Tor. Defensiv unauffällig, gewinnt aber aufgrund seiner Statur leider nicht allzu viele Kopfballduelle.

Martin Angha: Note 4,5. Alles in allem eine gute Leistung, gefällt durch seine giftig geführten Zweikämpfe. Verliert aber ebenfalls zu viele Kopfballduelle, hier dürfte er noch etwas von seinem Abwehrchef Haggui abschauen.

Karim Haggui: Note 5,0. Beeindruckende Leistung, auch wenn er nicht mehr der Schnellste ist und deswegen gelegentlich zu unfairen Mitteln greifen muss. Dafür in der Luft und im Zweikampf sehr gut, und auch in der Offensive bei Standards immer wieder gefährlich.

Silvan Hefti: Note 5,0. Entnervte Sions Dribbelkünstler regelrecht durch sein hervorragendes Stellungsspiel und seine starke Antizipation. Gewann fast alle Zweikämpfe, ohne je zum Foulspiel greifen zu müssen.

Mittelfeld:

Marco Aratore: Note 4,0. Nach vorne heute eine unauffällige Leistung, sein Einsatz war jedoch wie meistens exemplarisch.

Toko: Note 4,5. Kämpfte, rannte und grätschte wie immer vorbildlich. Im Angriff hätte er bei einigen Kontern bessere Entscheidungen treffen können, aber die Offensive ist ja nicht sein Haupteinsatzgebiet.

Roy Gelmi: Note 4,5. Auch er war unauffällig, aber gut. Man merkte ihm nie an, dass er eigentlich gelernter Innenverteidiger ist. Bei hohen Abschlägen aufgrund seiner Statur natürlich Gold wert.

Tranquillo Barnetta: Note 5,0. Man hatte zuerst das Gefühl, es wäre nicht sein Tag – und dann packt er diesen unfassbar genialen Aussenristpass auf Yannis Tafer zur St. Galler Führung aus.

Yannis Tafer: Note 5,0. Ausserhalb seiner zwei Tore kaum gesehen – aber was will man sich beklagen, wenn einer zwei Tore schiesst?

Sturm:

Albian Ajeti: Note 5,5. Neben Goalie Lopar der beste St. Galler. Physisch trotz seines zarten Alters derart stark, dass er von kaum einem Verteidiger in der Schweiz vom Ball zu trennen ist. Leitete so das zweite St. Galler Tor wunderschön ein, verpasste es aber in der Nachspielzeit, sich für seinen riesigen Aufwand selbst zu belohnen.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,8.

Fazit: Der FC St. Gallen gefällt gegen den FC Sion über weite Strecken, nutzt seine Torchancen und lässt in der Defensive gegen die starken Walliser Techniker vor allem zu Beginn nur wenig zu. Zittern musste man nur gegen Ende des Spiels, aber so durfte wenigstens Daniel Lopar auch noch sein Können zeigen. Alles in allem eine sehr gute Reaktion auf die schwache Leistung zuhause gegen Lugano, die mit wohl kaum budgetierten drei Punkten auswärts gegen den Tabellendritten belohnt wird.

Raphael Rohner
Quelle: Johannes Graf
veröffentlicht: 5. März 2017 17:53
aktualisiert: 6. März 2017 08:27