Espen zeigen YB den Meister

Johannes Graf, 23. Mai 2019, 13:56 Uhr
Ausgerechnet im letzten Heimspiel der Saison gegen den Meister aus Bern zeigt der FC St.Gallen seine beste Saisonleistung und gewinnt gleich mit 4:1. Bester Spieler auf dem Platz: Geburtstagskind Tranquillo Barnetta in seiner Dernière vor eigenem Publikum. Hier die Spielerbewertung.

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 5,0. Obwohl er insgesamt wenig geprüft wird, kann der Stammtorwart der Espen die Konzentration jederzeit aufrecht halten und fängt die harmlosen Schüsse und Flanken der Berner jeweils problemlos ab.

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 4,5. In seinem nach jetzigem Stand ebenfalls letzten Heimspiel hat der emsige Aussenverteidiger gegen Ende der Partie noch die Möglichkeit zum Torerfolg, scheitert aber an einem Berner Bein. Defensiv spielt er eine gewohnt solide Partie.
Musah Nuhu: Note 5,0. Im Angriff ist er allein schon aufgrund seiner Körpergrösse eine Waffe, nach vielen Chancen in den letzten Partien ist sein Tordebüt überfällig. Auch in der Verteidigung gewinnt er viele Zweikämpfe und Luftduelle, schlägt aber auch beim zwischenzeitigen Anschlusstreffer von YB am Ball vorbei.
Milan Vilotic: Note 5,5. Je öfter der Routinier spielt, desto besser wird er. Dirigiert seine jungen Nebenmänner klug und besticht durch ein hervorragendes Stellungsspiel. Zusammen mit Nuhu erinnert er ein wenig an das Duo Besle-Montandon, welches zusammen die letzte wirklich starke Innenverteidigung der Espen bildete.

Silvan Hefti: Note 5,5. Leitet vorne viele Angriffe der Espen durch schnelles Direktspiel ein und verliert trotz starker Gegenspieler hinten so gut wie keinen Zweikampf. Spielt der Aussenverteidiger so weiter, tut er das leider nicht mehr allzu lange Zeit in St.Gallen.

Mittelfeld:

Vincent Sierro: Note 5,0. Beendet sein Formtief auf eindrückliche Art und Weise. Am Anfang der Partie zeigt er, dass er mit Kampf aus seiner Baisse herausfinden will – und am Ende gelingen ihm plötzlich auch wieder die Kabinettstückchen.
Jordi Quintillà: Note 5,0. Zeigt erneut sein hervorragendes Spielverständnis und verhindert viele mögliche YB-Konter schon im Ansatz. Sein Chip zum Führungstreffer der Espen wäre wohl auch ohne Nuhus Intervention ins Tor gegangen.

Majeed Ashimeru: Note 4,5. Auch für die Salzburg-Leihgabe ist es das letzte Spiel vor dem St.Galler Publikum, und auch der Ghanaer kann die Partie mit einem Tor krönen. Vor dem Tor ist er ausnahmsweise nicht die prägende Figur im St.Galler Mittelfeld – diese Rolle übernehmen gegen den Meister seine Nebenmänner.

Sturm:

Dereck Kutesa: Note 5,0. Sein direkter Gegenspieler, Nati-Aussenverteidiger Mbabu, hat gegen den schnellen Espen-Angreifer keinen Stich und muss ihn Mal für Mal ziehen lassen oder zum Foulspiel greifen. Zur Krönung seiner Leistung fehlt eigentlich nur ein Tor – zweimal war er mit Schlenzern sehr nahe dran.
Jérémy Guillemenot: Note 5,0. Auch dem jungen Genfer kann man einzig vorwerfen, dass aus seinen Gelegenheiten zwingend mindestens ein Treffer hätte resultieren müssen. Inzwischen kann der ehemalige Barcelona-Junior auch körperlich dagegen halten und wirkt so viel besser ins Spiel eingebunden als in seinen ersten Spielen für den FCSG.

Tranquillo Barnetta: Note 6,0. Der Beste zuletzt. Was für eine Dernière für den Altmeister, Espe durch und durch. Der Fussballgott war an diesem Abend definitiv St.Galler – und das, obwohl sein Thron durch einen 34-Jährigen aus Rotmonten akut gefährdet ist.

Ersatzbank:

Daniel Lopar: Note 6,0. Auch für den langjährigen Stammtorwart des FCSG war es heute das letzte Heimspiel – wie fast immer in dieser Saison verfolgte er dieses klaglos und hochprofessionell über die gesamte Spieldauer von der Ersatzbank. Dieser gelebte Teamgeist und auch die zahlreichen, meist durch spektakuläre Paraden auf der Linie geretteten Punkte in insgesamt 299 Spielen für den FCSG rechtfertigen eine letzte Huldigung.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 5,1.

Fazit:

Die beste Saisonleistung, der höchste Saisonsieg – der FC St.Gallen dürfte sich an diesem Abend einige neue Abonnenten für die Heimspiele der nächsten Spielzeit gesichert haben. Dabei steht das letzte Spiel sogar noch aus: In diesem, dem Auswärtsspiel gegen den FC Zürich, haben die Espen die erneute Qualifikation für das europäische Geschäft in den eigenen Füssen – mit einem Sieg und ein wenig Glück winkt sogar noch der Sprung auf den dritten Platz.

Johannes Graf
veröffentlicht: 23. Mai 2019 05:50
aktualisiert: 23. Mai 2019 13:56