Spielernoten

FC St.Gallen braucht Glück gegen Servette

Johannes Graf, 21. Oktober 2019, 09:56 Uhr
Ermedin Demirovic erzielt in Genf in beiden Halbzeiten ein frühes Tor und sichert so den Espen drei Auswärtspunkte. Beiden Mannschaften verspringt auf der schlechten Spielunterlage der Ball immer wieder, Fortuna ist aber auf der Seite der Espen. Hier die Spielerbewertung.

Tor:

Dejan Stojanovic: 5.5. Am Anfang nur bei harmlosen Kopfbällen und Flanken gefordert, welche er aber ohne jegliche Unsicherheiten hält. Am Ende sind dann doch noch seine Flugkünste gefordert, und mit diesen lässt er die Genfer endgültig verzweifeln.

Verteidigung:

Miro Muheim: 4.5. In der Startphase mit einigen unglücklichen Ausrutschern und Fouls, steigert sich der ehemalige Chelsea-Junior dann im Verlauf und hält seine Abwehrseite weitgehend sauber.

Leonidas Stergiou: 5.0. Als Servette am Ende drückt, ist er hauptsächlich für die Zweikämpfe verantwortlich, da der schon verwarnte Letard sich zurückhalten muss. Erledigt dies souverän und lässt die Servette-Stürmer kaum je in die Nähe des Balls.

Yannis Letard: 5.0. Wie seine Verteidigungskollegen schläft er bei den ersten zwei Freistössen von Wüthrich, und wie seine Verteidigungskollegen steigert er sich dann gewaltig und führt in der zweiten Halbzeit eine sichere Abwehrbank an.

Silvan Hefti: 4.0. Hat insbesondere mit dem trickreichen Tasar und dem eingewechselten Schalk gelegentlich seine Probleme, wodurch Servette gegen Spielende vor allem über seine Seite immer gefährlicher wird. Auch offensiv weniger präsent als sonst.

Mittelfeld:

Victor Ruiz: 4.5. Grosses Laufpensum, aber auch einige unnötige Fehlpässe prägen sein Spiel. Den Konter zum zweiten St.Galler Tor spielt er allerdings hervorragend raus und sichert sich mit dem Assist so einen weiteren Scorerpunkt.

Jordi Quintillà: 3.5. Dem Edeltechniker macht der lädierte Rasen besonders Probleme, wodurch er nie richtig in Spiellaune kommt. Auch seine Freistösse sind für einmal ziemlich schlecht, weshalb sein Konto bei zwei direkten Freistosstoren stehen bleibt.

Lukas Görtler: 4.5. Wie Ruiz läuft und kämpft auch Görtler sehr viel, lässt es jedoch gelegentlich an Passgenauigkeit mangeln. Auch beim ersten Tor von Demirovic gerät sein Pass eigentlich zu steil – zu seinem Glück klärt aber ein Servette-Verteidiger direkt auf den Espen-Stürmer. 

Sturm:

Cédric Itten: 4.0. Auch ihm kann man in Sachen Einsatz kaum etwas vorwerfen, auch sein Kampf ist aber in Genf oft unglücklich. Lässt sich oft ins Mittelfeld zurückfallen und kommt auch dadurch nur selten in gefährliche Abschlusspositionen.

Boris Babic: 3.5. Aufgrund der Sperre von Guillemenot ist vom St.Galler Eigengewächs ein grösserer Beitrag zur Spielgestaltung gefragt. Diese Rolle kann er allerdings nur ungenügend erfüllen, er fühlt sich sichtlich wohler, wenn er ganz vorne auf Gelegenheiten lauern kann.

Ermedin Demirovic: 5.5. Einen unglaublichen Fang hat da Sportchef Alain Sutter beim spanischen Erstligisten Alavés gemacht. Der Bosnier ist sich für keinen Weg und keinen Zweikampf zu schade, bleibt bei seinen ersten zwei Gelegenheiten aber trotzdem eiskalt vor dem Tor. Dass er drei weitere gute Gelegenheiten auslässt und damit den Hattrick verpasst, wird ihn selbst am meisten ärgern.

FM1Today-Teamschnitt: 4.5

Fazit: Die Espen setzen ihre beeindruckende Serie auch in Genf fort, haben jetzt 16 Punkte aus den letzten sechs Partien geholt. Dass dieses Mal die Leistung weniger gut war als die Ausbeute, sei den Espen für einmal verziehen – der nach dem Länderspiel unter der Woche arg lädierte Rasen ist sicher ein mildernder Umstand, auch wenn natürlich für beide Mannschaften die Unterlage die selbe ist. Peter Zeidler wird wissen, an welchen Schrauben er drehen muss, damit in Wochenfrist in Lugano auch die Leistung wieder zufriedenstellend ist. (Johannes Graf)

Johannes Graf
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Oktober 2019 06:28
aktualisiert: 21. Oktober 2019 09:56