FCSG überzeugt gegen robuste Schotten

Laurien Gschwend, 3. Juli 2019, 05:50 Uhr
Will nach seiner Verletzungspause wieder voll durchstarten: St.Gallens Cedric Itten (links) im Zweikampf mit Glasgows Jonny Hayes.
© Urs Bucher/St.Galler Tagblatt
Der FC St.Gallen überzeugt beim Testspiel gegen robuste Schotten aus Glasgow. Spielerisch war die Zeidler-Elf besonders im zweiten Durchgang überlegen – es wäre gar ein Sieg drin gelegen. Das 0:0 liefert wertvolle und auch erfreuliche Erkenntnisse über den Zustand der Mannschaft, aber auch einige Fragezeichen.

Zu Beginn der Partie spielte das Heimteam zu nervös auf. Fast schien es so, dass die Espen in Ehrfurcht vor den grün-weissen Farbbrüdern aus Schottland erstarrten. Die Gäste konnten sich so in den Startphase oft dem St.Galler Strafraum nähern, zwingende Chancen blieben jedoch aus. Nach einer guten Viertelstunde kamen die Gallusstädter immer besser ins Spiel, auf Offensivaktionen musste der St.Galler Anhang aber warten.

VAR greift ein, Stojanovic hält Elfmeter

In der 25. Spielminute herrschte dann kurzzeitig Konfusion. Nach einem Handspiel von Ruiz am Sechzehner-Rand entschied Schiedsrichter San zuerst auf Freistoss. Nach gut 30 Sekunden revidierte der Unparteiische seinen Entscheid und zeigte auf den Penaltypunkt. Zum ersten Mal griff der Video-Schiedsrichter aktiv in die Partie ein. Celtic-Spieler Edouard nahm Mass, Schoss – und fand seinen Meister in Torhüter Stojanovic. Der St.Galler Schlussmann hexte den präzisen Schuss mirakulös am Pfosten vorbei. Kurz vor der Pause kam dann auch noch das Heimteam zur ersten richtig dicken Chance – Kutesa traf nach einer schönen Einzelaktion nur den Aussenpfosten.

Wechselorgie und Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel

Nach dem Pausentee brachte Zeidler mit Klinsmann, Muheim, Costanzo, Fazliji, Alves, Campos, Itten und Babic gleich acht neue Akteure. Sofort wurde ersichtlich, dass die offensive Durchschlagskraft deutlich erhöht wurde. So kam Babic in der 64. Spielminute zum Abschluss, verzog jedoch knapp. In Spielminute 74 ging Celtic-Akteur Simunovic an der Strafraumgrenze überhart in einen Zweikampf und traf Babic im Gesicht. Schiedsrichter San entschied sich nach Konsultation der Videobilder dazu, dem Übeltäter direkt die rote Karte zu zeigen. Den anschliessenden Freistoss von Costanzo sahen viele bereits im Netz zappeln, Celtic-Hüter Brain konnte den Ball mit grösster Not um den Pfosten lenken. In der Schlussphase wurde es nochmals hektisch – Muheim hätte in der 89. Minute den mittlerweile verdienten Siegtreffer erzielen können, scheiterte jedoch auch am Torhüter der Schotten.

Mittelfeld muss verstärkt werden

Auch Noch-Testspieler Yannis Letard kam am Dienstag zum Einsatz. Der Franzose startete sichtlich nervös in die Partie, konnte sich aber mit zunehmender Spieldauer steigern und deutete seine Qualitäten an. Etwas weniger spektakulär war der Einstand von Fabiano Alves. Der 24-jährige Brasilianer, welcher nächste Woche offiziell vorgestellt werden soll, wirkte bei seinem Debüt etwas übermotiviert und agierte oftmals überhastet. So ist nach diesem Spiel klar, dass das Mittelfeld personell unbedingt noch verstärkt werden muss.

 

Reto Latzer

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 2. Juli 2019 22:37
aktualisiert: 3. Juli 2019 05:50