Super League

FCSG verliert nach spannender zweiter Halbzeit 2:1 gegen YB

23. Dezember 2020, 05:56 Uhr
YB gewinnt das Spitzenspiel der 14. Runde bei Verfolger St.Gallen 2:1. Jordan Siebatcheu schiesst den Meister mit zwei Kopftoren zum Sieg. Fürs Erste liegt YB acht Punkte vor der Konkurrenz.

«Ausgerechnet». Dieser Ausdruck kommt mit Vorliebe in der Sportberichterstattung vor. Am Dienstag im Spitzenspiel der Super League passte er wieder einmal prima. Also: Ausgerechnet Silvan Hefti, der im Sommer nicht ohne Nebengeräusche von St.Gallen zu den Young Boys gewechselt hatte, schlug in der 68. Minute die perfekte Flanke, welche Stürmer Jordan Siebatcheu am näheren Pfosten zum 1:0 für YB veredelte.

Es war der Moment, der eine ausgeglichene Partie auf die Seite des Favoriten kippen liess. Das erste Gegentor nach exakt 400 Minuten brachte die in diesem Herbst so solide St.Galler Defensive für Minuten aus dem Tritt. Und prompt stand es vier Minuten später nach einem zögerlichen Eingreifen von zwei St.Gallern auf der rechten Seite sowie einem Stellungsfehler von Verteidiger Yannis Letard in der Mitte 0:2 aus Sicht der Ostschweizer. Wieder kam die Flanke von rechts, diesmal von Meschack Elia, und wieder leitete Siebatcheu den Ball mit dem Kopf ins Tor weiter.

Es waren die Treffer, die an der Spitze der Super League just in der letzten Runde des Jahres für eine Zäsur sorgten. Zumindest was das Verhältnis zwischen St.Gallen und den Young Boys betrifft, den beiden besten Mannschaften des Kalenderjahres 2020. St.Gallen war vor der 14. Runde der erste Herausforderer von YB, nun droht er am Mittwoch, wenn die restlichen Partien des Spieltages gespielt werden, sogar in die untere Tabellenhälfte zu rutschen - mit nun acht Punkten Rückstand auf die Young Boys.

In der Ostschweiz werden sie deswegen nicht nervös. «Wir spielen gegen den Meister, den Leader, gegen ein Team, das im Europacup überwintert. Wir sind der klare Underdog und wollen nichts falsch einordnen», hatte St.Gallens Präsident Matthias Hüppi bereits zur Pause gesagt. Da sah er seine Mannschaft «auf Augenhöhe» mit dem Favoriten.

In der Tat war St.Gallen in den 90 Minuten weitgehend ebenbürtig, weil es meist geordnet verteidigte und vorne zur der einen oder anderen Chance kam. Letztlich kam der erste St.Galler Treffer nach 292 Minuten aber zu spät. Tim Staubli sorgte mit seinem ersten Super-League-Tor in der 83. Minute für eine spannende Schlussphase, doch nicht mehr für eine Wende.

Die Young Boys verdienten sich den knappen Erfolg, weil sie gegen die teilweise sehr tief stehenden St.Galler Geduld bewiesen. Für sie ist es ungewöhnlich, dass man ihre Torszenen an den Fingern einer Hand abzählen kann. Doch wenn es am Schluss bei einem Schussverhältnis von 10:14 einen 2:1-Sieg gibt, dann offenbart dies die Effizienz der Berner. Sie haben in den ersten 13 Spielen der Saison bloss 20 Tore erzielt - damit aber 28 Punkte gewonnen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Dezember 2020 20:22
aktualisiert: 23. Dezember 2020 05:56