FCSG-Werbung macht Schaffhauser hässig

Sandro Zulian, 18. Mai 2018, 21:49 Uhr
Was für eine Provokation! In den öffentlichen Bussen der Stadt Schaffhausen hängen Werbeplakate für Spiele des FC St.Gallen. Den Schaffhausern stösst das sauer auf. Die Werbeaktion soll nun früher als geplant beendet werden.

«Was soll das? Diese Werbung hat in Schaffhausen nichts zu suchen», schreiben die «Schaffhauser Nachrichten» und zitieren damit einen wütenden Facebook-Kommentator. Was erzürnt die Fans des FC Schaffhausen dermassen? Es ist der FC St.Gallen. Oder genauer gesagt, eine Werbeaktion für den Ostschweizer Club. Der Tarifverbund Ostschweiz macht nämlich nicht nur in den Ostschweizer Kantonen Werbung, sondern hängt auch im Schaffhauser öV Plakate auf.

Die Plakate würden in St.Gallen gar nicht weiter auffallen. Doch versprechen Plakate in Schaffhausen einen gratis FCSG-Schal beim Kauf einer Multitageskarte oder zwei-für-eins-Tickets für ein Spiel des FC St.Gallen, so kann das den einen oder anderen FCS-Fan ordentlich hässig machen.

St.Galler und Schaffhauser Fans haben einander nicht so gern

Denn der Super-League-Verein aus dem Kanton St.Gallen ist in Schaffhausen nicht sonderlich beliebt. Beide Fangruppierungen hegen nicht gerade eine «Busenfreundschaft». Der Zwist zwischen den beiden Clubs erreichte vor allem zu Schaffhauser Super-League-Zeiten ihren Höhepunkt. Gemäss der Zeitung stünde nur noch der FC Winterthur bei den Schaffhausern stärker in der Missgunst als der FC St.Gallen. So verwundert es nicht, dass eines der Plakate am Bahnhof Schaffhausen bereits heruntergerissen wurde.

Ostwind entschuldigt sich und beendet Aktion frühzeitig

Es scheint, als hätten die Werber des Tarifverbundes ein bisschen kurzsichtig gehandelt, als die Plakataktion im ganzen Verbund und somit auch in Schaffhausen geplant wurde. «Der FC St. Gallen ist ein Partner, mit dem man Kunden anspricht», erklärt Werner Thurnheer, Geschäftsführer des Tarifverbundes gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten». Die Aktion laufe im ganzen Ostwindgebiet.

Thurnheer entschuldigt sich und sagt, es tue ihm leid, dass einige Aktionen des Tarifverbunds den Schaffhausern sauer aufgestossen sind. Auf die negativen Rückmeldungen aus Schaffhausen werde man reagieren. Gewisse Werbemittel seien bereits entfernt worden, ferner soll die Werbeaktion früher als geplant beendet werden.

Was aber sicher bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack bei den FC-Schaffhausen-Fans.

(red.)

 

Sandro Zulian
veröffentlicht: 18. Mai 2018 21:14
aktualisiert: 18. Mai 2018 21:49