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Spitzguuge

Für den FC St.Gallen ist die Schonzeit vorbei

Dominic Ledergerber, 16. September 2021, 09:57 Uhr
Nach der 1:5-Klatsche in Genf liegen in der Super-League-Tabelle nur noch die sieglosen Teams aus Lausanne und Luzern hinter dem FC St.Gallen. Für Sportjournalist Dominic Ledergerber haben sich die Ostschweizer bislang zu naiv angestellt. Er schreibt: «Jetzt müssen Punkte her.»
Die St.Galler agierten bisher vorne und hinten eher unbedarft.
© Keystone

Sechs Punkte aus ebenso vielen Spielen – klar wurde FCSG-Trainer Peter Zeidler bisweilen nicht müde zu betonen, dass man mit dieser Ausbeute nicht zufrieden sei. Abgesehen davon gab dem 59-Jährigen bisher auch meist die Art und Weise, wie seine Mannschaft die Punkte verspielte, Anlass zur Unzufriedenheit.

Am Sonntag in Genf war seine Mannschaft indes ohne Chance. Bei der 1:5-Klatsche gegen Servette liefen die Espen nach dem frühen Platzverweis gegen Jérémy Guillemenot (3.) kopflos in eine Niederlage, die am Ende auch noch höher hätte ausfallen können und den diesjährigen Cupfinalisten in der Tabelle auf Platz 8 zurückspülte.

Dabei fällt auf: In den bisherigen Runden stellte sich der FC St.Gallen ziemlich naiv an. Dumm die Schwalbe von Youan gegen Luzern (2:2). Fahrlässig das Nichtmanndecken von Hoarau in der Nachspielzeit gegen Sion (1:1). Unnötig ungestüm das Einsteigen von Guillemenot gegen Servette, das zu Recht mit Glattrot quittiert wurde.

Naivität wurde knallhart bestraft

Klar, es sind alles Einzelbeispiele für Dinge, die nicht funktioniert haben. Aber in der Summe war es schlicht und einfach zu viel Naivität, für welche die Espen bislang knallhart bestraft wurden. Und so ist es kein Zufall, dass der FC St.Gallen den Abstiegsplätzen gefährlich nahe gekommen ist, wenngleich die Tabelle zu diesem Zeitpunkt noch wenig Aussagekraft hat.

Auffällig ist auch die Anfälligkeit bei hohen Bällen. In Genf kassierte die Zeidler-Truppe bereits das fünfte Gegentor per Kopf. Und in Sachen Gegentreffer nach Eckbällen hat bisher nur der FC Zürich schlechter abgeschnitten als die Espen (vgl. Tabelle). Es ist offensichtlich: Bei hohen Bällen des Gegners fehlt der Defensive des FC St.Gallen eine ordnende Hand, ein Abwehrpatron.

Gegentore nach Eckbällen
Rang Team Anzahl Gegentore
1 FC Basel 0
BSC Young Boys 0
3 Grasshopper Club Zürich 1
FC Lausanne-Sport 1
FC Lugano 1
6 Servette FC 2
FC Sion 2
8 FC Luzern 3
FC St.Gallen 3
10 FC Zürich 4
Quelle: statsperform.com

Dazu mangelt es nach wie vor an Durchschlagskraft in der Offensive – auch in Genf war der einzige St.Galler Treffer durch Youan einem Missverständnis in der Servette-Defensive zu verdanken.

Im Cup gilt: Stammkräfte schonen

Klar, ein achter Platz nach sechs Runden ist genauso wenig verheerend wie eine 1:5-Niederlage. Dennoch ist die Schonzeit für den FC St.Gallen nun vorbei, weshalb sich Trainer Zeidler überlegen sollte, bei der 2. Cuprunde am Sonntag beim Erstligisten Chênois auf einige Stammspieler zu verzichten.

Dies, zumal in Genf nicht nur während fast 90 Minuten ein elfter Spieler fehlte – auch die Absenzen von Leonidas Stergiou (Entzündung im Fussgewölbe) in der Defensive und Boris Babic (Probleme mit der Wadenmuskulatur) in der Offensive konnte der FC St.Gallen zu keinem Zeitpunkt vergessen machen.

Von den Espen ist zu vernehmen, dass die medizinische Abteilung alles unternimmt, damit die beiden Leistungsträger noch diesen Monat auf den Rasen zurückkehren. Und das ist eine gute Kunde. Denn schon am Mittwoch, 22. September, gastiert der FC Basel im Kybunpark, bevor es drei Tage später zum Auswärtsspiel gegen Manchester-Bezwinger YB kommt.

Zwei Mammutaufgaben! Und doch sind es für die Espen die nächsten Gelegenheiten, ihre Leistungen endlich mit mehr Punkten zu belohnen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. September 2021 09:57
aktualisiert: 16. September 2021 09:57