Kein Spunten, sondern ein Treffpunkt

Stefanie Rohner, 21. Juli 2017, 14:20 Uhr
Es wurde gehämmert, gemalt und gewerkelt. Nach rund drei intensiven Wochen Umbau im Bierhof konnte am Donnerstagabend die Voreröffnung des neuen Fanlokals stattfinden. Zwei Spieler des FC St.Gallen sowie Chef- und Goalietrainer schauten ebenfalls vorbei. Am heutigen Freitag ist die offizielle Eröffnung.

Der Bierhof ist das neue FCSG-Fanlokal. Die alten Räumlichkeiten an der Lämmlisbrunnstrasse wurden am vergangenen Samstag verabschiedet. «Nach fünf Jahren war es schon nicht ganz einfach, das Lokal aufzugeben. Wir sind mit einem lachenden und einem weinenden Auge gegangen. Dort haben wir gute Momente gehabt», sagt Curdin Capol, Mitglied des Fanlokal-Kollektivs.

Er sagt aber, die Vorfreude auf das neue Fanlokal habe überwogen. Die letzten Arbeiten im Bierhof wurden am Mittwoch bis in die Nacht vorgenommen, damit am Donnerstag alles parat ist. «Es war gegen den Schluss schon stressig, aber wir sind froh, haben wir es geschafft», sagt Capol.

Grösserer Aufwand im neuen Fanlokal

Während fast drei Wochen haben etwa 30 freiwillige Helferinnen und Helfer mit angepackt, damit der Bierhof bis zur Eröffnung fertiggestellt ist. «Einige sind in ihrer Mittagspause oder an ihrem Feierabend gekommen, um mitzuhelfen. Das war beeindruckend», sagt Capol. Ihnen gelte grosser Respekt und Dank.

Der Aufwand für das Fanlokal an der Rorschacherstrasse wird um einiges grösser sein als am alten Ort. Während fünf Tagen in der Woche gibt es einen Barbetrieb. 60 Helferinnen und Helfer werden diese Abende abdecken, ebenfalls ehrenamtlich. Weitere helfende Hände seien natürlich jederzeit willkommen.

Die Finanzierung konnte das Kollektiv nicht alleine stemmen, handelte es sich doch um mehrere zehntausend Franken. Unterstützt wurde es unter anderem vom Dachverband 1879. Die Fanarbeit, die in den zweiten Stock zieht, wird sich an der Miete beteiligen.

Auch andere haben dem Kollektiv finanziell unter die Arme gegriffen. «Ohne diese breite finanzielle Unterstützung verschiedener Quellen wäre es schier nicht möglich gewesen», meint Capol.

Den Fussball wieder in die Stadt bringen

«Den Betrieb passen wir den Spielen des FCSG an. Geöffnet ist das Lokal von Dienstag bis Samstag. Gibt es am Sonntag ein Spiel, öffnen wir das Fanlokal auch dann», sagt Capol. Das Fanlokal soll ein Treffpunkt für FCSG- und weitere Fussballfans werden.

Aber nicht nur das, der Bierhof soll sich zu einer Sportbar entwickeln können. «Wir werden auch andere Sportarten wie zum Beispiel Skifahren übertragen. Damit möchten wir in St.Gallen eine Marktlücke schliessen. Klassische Sportbars gibt es hier nicht mehr», sagt Capol.

Das Kollektiv wird auch andere Events in den Bierhof bringen. Was früher in der Grabenhalle stattfand, soll im Bierhof wieder neu belebt werden. Die «Stadion trifft Stadt»-Reihe findet so einen neuen Platz.

Erstmals wird die Reihe am 24. August wieder stattfinden. Stefan Hernandez, Verwaltungsratspräsident des FCSG, ist dann zu Gast. Die «SENF»-Hefte werden ausserdem weiterhin im Fanlokal getauft. «So können wir den Fussball wieder in die Stadt bringen», sagt Capol.

«Es braucht einen Treffpunkt»

Die Voreröffnung galt den «Bierhof-Patrons», die jährlich 100 Franken zahlen. Es gibt bereits über 200 solcher Patrons und rund 370 Mitglieder in der Genossenschaft. «Das ist eine breite Abstützung und ein gutes Zeichen, dass unser Umzug gut aufgenommen wird», sagt Capol.

Viele der Bier-Patrons kamen am Donnerstag. «Ich finde es eine gute Sache. Das neue Fanlokal hat eine tolle Lage. Es braucht einen Treffpunkt, an dem man sich vor dem Spiel treffen kann. Und dafür sind 100 Franken im Jahr wirklich nicht viel, das Geld könnte man auch dümmer ausgeben», sagt Silae.

Auch Fabian findet den Umbau gelungen. «Es ist eine perfekte Mischung aus modern und Oldschool. An diesem neuen Standort kann bestimmt ein guter Drive enstehen. Deswegen bin ich Bierhof-Patron», so Fabian.

Verewigt auf den alten Fotos

Es waren auch einige bekannte Gesichter anwesend: Cheftrainer Giorgio Contini, Goalietrainer Stefano Razzetti, die Spieler Silvan Hefti und Albian Ajeti sowie der Team-Manager Ramin Pandji.

Stefano Razzetti hat im Bierhof einen Platz an der Fotowand gefunden. Es zeigt ihn aus seiner Zeit als Spieler. «Ich finde das Fanlokal super. Und es ist schon schön, an meine Zeit als Spieler erinnert zu werden», sagt Razzetti.

Die heutige Eröffnung beginnt um 16 Uhr. «Wir sind gespannt, wie viele Leute vorbeischauen werden und sich für das Projekt interessieren», sagt Capol. Der Grill wird angeschmissen, ausserdem spielt ab 22 Uhr DJ Joe Crack. «Es ist der erste reguläre Betriebstag. Wir freuen uns, dass es endlich losgeht», sagt Capol. Das Programm des Fanlokals steht bereits bis Ende Jahr fest.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 21. Juli 2017 13:54
aktualisiert: 21. Juli 2017 14:20