«Lockerheit ist das A und O»

Fabienne Engbers, 4. Mai 2017, 15:13 Uhr
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Giorgio Contini ist als Trainer des FC St.Gallen schon von Beginn an gefordert. Die nächsten zwei Spiele gegen Lausanne und Vaduz sind entscheidend im Kampf um den Ligaerhalt. Trotz der angespannten Situation will Contini erstmal wieder Spass und Vertrauen in die Mannschaft bringen, sagt er im Interview.

Wie gross ist die Freude an der Vertragsunterzeichnung mit dem FC St.Gallen?

Bei mir persönlich ist die Freude sicherlich gross, ich hoffe auch, dass sich im Umfeld des FC St.Gallen der eine oder andere darüber freut. Mit der Verpflichtung als Trainer schliesst sich ein Kreis. Lange Zeit durfte ich Spieler und Nachwuchstrainer sein und jetzt komme ich mit einem gefüllten Rucksack an Erfahrungen und einem Leistungsausweis zurück.

Am Sonntag müssen Sie gegen Lausanne bereits liefern, was wollen Sie bis dahin ändern?

In erster Linie will ich die Jungs bis dahin kennenlernen. Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft die Qualität hat, um weiter vorne mitspielen zu können. Erleidet man aber eine solche Niederlagenserie ist klar, dass ein gewisses Selbstvertrauen flöten geht.

Zurzeit steht vor allem im Vordergrund, dass ich den Spielern den Spass und die Freude vermittle. Wir spielen in einer tollen Region, haben super Fans, eine gute Mannschaft und jetzt geht es darum, eine gewisse Lockerheit ins Spiel zu bringen, das ist das A und O. Dann wollen wir natürlich eine gewisse Finesse und Taktik reinbringen, mit der wir die Gegner immer wieder überraschen können.

Sie sagen, es gehe Ihnen darum, den Spass zurückzubringen. Im Moment ist die Situation aber todernst, man ist im Abstiegskampf angekommen. Wie schafft man diesen Spagat?

Ich denke, das Entscheidende ist Gelassenheit. Das habe ich auch in den letzten Jahren gelernt. Man muss solche Situationen gelassen nehmen und das auch den Spielern vermitteln. Man sollte keine zusätzliche Angst aufbauen, sondern zusätzliches Vertrauen schaffen und den Spielern dieses Vertrauen auch unter die Nase reiben. Angst ist ein schlechter Begleiter und wer unter Angst steht, kann sein Leistungsmaximum nicht abrufen.

Ist der FC St.Gallen auf Sie zugekommen oder haben Sie sich dem FC St.Gallen aktiv angeboten?

Nein, das ist nicht üblich in diesem Geschäft. Ich habe meine Ferien genossen. Vor zwei Tagen bekam ich dann einen Anruf von Präsident Dölf Früh und Sportchef Christian Stübi, die sich mit mir treffen wollten. Dann ging alles relativ schnell, gestern haben wir das Ganze in einem Meeting besprochen und heute machen wir den Wechsel bereits öffentlich.

Wie optimistisch sind Sie betreffend Ligaerhalt?

Absolut optimistisch. Ich muss nicht auf andere hoffen, ich will eine Mannschaft, die ihr Schicksal in die Hand nimmt und Mut an den Tag legt. Das werden wir in den nächsten Tagen intensiv mit den Spielern besprechen und dann fahren wir am Wochenende nach Lausanne und holen uns dort drei Punkte.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 4. Mai 2017 14:58
aktualisiert: 4. Mai 2017 15:13