Rassismus-Eklat

Nach «Mohrechopf»-Beschimpfung: FCSG reicht Strafanzeige ein

28. Juni 2020, 07:07 Uhr
Zürichs Tosin Aiyegun, rechts, bejubelt sein erstes Tor im Super-League-Spiel zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Zürich.
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Beim Spiel des FC St.Gallen gegen den FC Zürich von letztem Donnerstag wurde der nigerianische FCZ-Stürmer Aiyegun Tosin von Fans im Kybunpark als «Scheiss Mohrechopf» beschimpft. Der FC St.Gallen reicht nun Strafanzeige gegen Unbekannt ein.

«Der FC St.Gallen 1879 verurteilt den rassistischen Zwischenfall beim Spiel gegen den FC Zürich aufs Schärfste», schreibt der Club auf der eigenen Webseite. Auf einem Youtube-Video ist deutlich zu hören, wie der nigerianische FCZ-Spieler Aiyegun Tosin, nachdem ihm in der 64. Minute das Goal zum 2:0 gelang, von Fans im Kybunpark als «Scheiss Mohrechopf» beschimpft wird.

«Möchte Person nie mehr im Kybunpark sehen»

FCSG-Präsident Matthias Hüppi schreibt in einem Statement: «Der FC St.Gallen 1879 ist schockiert und wütend und stellt hiermit klar, dass wir Rassismus auch nicht ansatzweise tolerieren. Wir werden alles dafür tun, um die Person ausfindig zu machen und werden die uns zur Verfügung stehenden Informationen bedingungslos dafür verwenden. Sobald klar ist, um wen es sich handelt, werden wir mit der höchstmöglichen Strafe reagieren. Ich möchte diese Person nie mehr bei uns im kybunpark sehen. Zudem wird der FC St.Gallen 1879 Strafanzeige bei der Stadtpolizei erstatten.»

FCSG-Präsident Matthias Hüppi vor dem Spiel gegen den FC Zürich vom Donnerstag, 25. Juni 2020 im Kybunpark.

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Entschuldigung an Aiyegun Tosin

Der FCSG stehe beispielhaft für Integration, für die Zusammenarbeit von Menschen verschiedenster Herkunft, verschiedenster Religionen und verschiedenster Kulturen. Diese Grundhaltung würde man nicht beschädigen lassen und man werde alles dafür tun, um dies in Zukunft zu verhindern.

Zum Schluss des Statements wendet sich Hüppi an den beschimpften FCZ-Spieler: «Wir entschuldigen uns in aller Form beim Spieler Aiyegun Tosin und beim FC Zürich. Rassismus hat nirgendwo Platz, auch nicht beim FC St.Gallen 1879.»

Auch FCSG-Co-Trainer Eduard Schmidt meldet sich auf Twitter zu Wort und schreibt: «Auf solche Zuschauer verzichte ich gerne.»

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Juni 2020 16:29
aktualisiert: 28. Juni 2020 07:07