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Neo-FCSG-Trainer Maassen: So tickt der neue Mann an der Seitenlinie

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Neo-St.Gallen-Trainer Maassen: So tickt der neue Mann an der Seitenlinie

· Online seit 10.06.2024, 11:08 Uhr
Enrico Maassen tritt in St.Gallen in Zeidlers Fussstapfen. Doch wer ist der neue Espen-Übungsleiter überhaupt? Was versteht er unter Fussball und wo sind seine Stärken? Eine Einschätzung.
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Am Samstag wurde es offiziell verkündet: Enrico Maassen wird neuer Trainer des FC St.Gallens. Der 40-jährige Deutsche ersetzt den zu Bochum abgewanderten Peter Zeidler. Dessen Fussstapfen in St.Gallen auszufüllen, ist aber gar nicht so leicht.

Unter Zeidler etablierte sich der FCSG in der erweiterten Tabellenspitze der Super League und die St.Galler schnupperten mehrmals an grossen Erfolgen. Eine Trophäe blieb Zeidler aber verwehrt. Doch der jüngste Streich von Zeidler dürfte als gelungenes Abschiedsgeschenk gewertet werden: Die Espen spielen in der nächsten Saison endlich wieder europäisch.

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Beide setzen auf Offensivfussball

Zeidlers Erbe anzutreten, wird also kein Spaziergang. Dennoch, verstecken muss sich Maassen nicht. Man könnte gar Parallelen zwischen ihm und Zeidler ziehen. Denn die beiden ähneln sich von ihrem Fussballverständnis her sehr. Auch Maassen setzt – wie Zeidler zuvor – auf attraktiven Offensivfussball. Hohes Pressing, den Gegner früh unter Druck setzen – das ist die maassen’sche Handschrift.

Seine Art Fussball zu spielen, dürfte also bei den FCSG-Fans auf grossen Zuspruch stossen. Bei seinem Ex-Club Augsburg jedenfalls kam sein Offensivfussball bei den Zuschauern gut an, wie Robert Götz, Journalist der Augsburger Allgemeine, gegenüber «Blue Sport» erzählt. 

Dazugelernt in Augsburg

Dennoch klappte es für «Enno», wie Maassen von seinen Freunden genannt wird, in Augsburg nicht. Im Herbst 2023 musste er seine Koffer packen. Laut Götz hing dies mit Maassens Abweichen von seiner Spielweise zusammen. Während am Anfang Maassens Spielidee Früchte trug, fehlten später die Resultate – und der Trainer kam von seiner Strategie ab. Plötzlich spielte Augsburg defensiv. Das habe bei Spielern und auch bei Maassen selbst für Verunsicherung gesorgt, ist sich Journalist Götz sicher.

Götz bringt hier auch die fehlende Erfahrung von Maassen ins Spiel. Der 40-Jährige trainierte bisher hauptsächlich Regionalligisten, dann die zweite Mannschaft des BVB und eben den FCA. Maassen habe aber in Augsburg Lehrgeld bezahlt und dürfte nun einen gutgefüllten Rucksack in die Ostschweiz mitnehmen.

Händchen für Talente und aktiver Stil

Vor allem im Umgang mit gestandenen Spielern dürfte er beim Bundesligisten dazugelernt haben. Dass Maassen, wie sein Vorgänger, ein Händchen für die Jugend hat, ist unbestritten. So waren bei seiner Zeit in Dortmund Talente wie Zagadou, Knauff oder auch Moukoko unter seinen Fittichen. Alle spielen mittlerweile bei Topklubs. Es dürfte also zu erwarten sein, dass das eine oder andere Espen-Eigengewächs unter Maassen den nächsten Schritt machen kann.

Auch an der Seitenlinie selbst ändert sich nicht viel. Wie Zeidler auch ist Maassen sehr aktiv während des Spiels. «Er ist engagiert, er versucht einzuwirken», beschreibt Götz den neuen Espentrainer. Mit dem Schiedsrichter lege er sich jedoch nicht an.

Passt Maassen zu St.Gallen?

Wer jetzt denkt, dass Maassen eine jüngere Zeidler-Kopie ist, der ist nicht ganz auf dem Holzweg. Dennoch wird sich zeigen, ob Maassen Zeidlers aufgebaute Basis weiter ausbauen kann. Zuzutrauen ist es ihm jedenfalls. Ist Maassen mit seiner Art also der Richtige für den FCSG? Der Augsburg-Kenner Götz zeigt sich optimistisch: «Ich kann mir vorstellen: Super League und Maassen – das passt.»

veröffentlicht: 10. Juni 2024 11:08
aktualisiert: 10. Juni 2024 11:08
Quelle: FM1Today

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