FCSG in Sion

Peter Zeidler vor Wiederbeginn: «Haben grossen Respekt vor Sion»

Christoph Thurnherr, 20. Juni 2020, 08:33 Uhr
Trainer Peter Zeidler sieht Sion als starken Gegner.
© Keystone
Obwohl noch nicht alles beim Alten ist, überwiegt die Freude auf den Wiederbeginn bei den Verantwortlichen des FC St.Gallen. Trainer Peter Zeidler sieht in Sion einen gefährlichen Gegner und verspricht Spektakel.

Am Samstagabend um 20.30 Uhr endet die monatelange Pflichtpause für den FC St.Gallen. Dann endlich werden die Spieler Antworten auf die Fragen liefern, die sich während der Fussball-Durststrecke angehäuft haben.

Schaden Geisterspiele dem FC St.Gallen auf dem Spielfeld wirklich? Kann die Mannschaft sportlich dort anknüpfen, wo sie aufhören musste? Stehen die Zeichen auf Meistertitel Nummer drei?

An der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Sion im Tourbillon ging es jedoch zuerst um andere, grundlegendere Dinge.

Matthias Hüppi bedankt sich 

Dass der FC St.Gallen einigermassen ruhig und gelassen durch die Krise kommen konnte, sei dem grossartigen Team zu verdanken. Für einmal meint FCSG-Präsident Matthias Hüppi damit wohl nicht primär die Spieler, sondern den Staff des Vereins. «Die Event AG konnte sofort die richtigen Strukturen aufsetzen. Das war Teamwork par Excellence und nicht die Leistung einer einzelnen Person.»

Aber auch ausserhalb des Vereins hat wohl alles besser geklappt als erwartet. «Stand heute haben wir für nächste Saison bereits 7000 Saison-Abos verkaufen können – obwohl noch unklar ist, ob wir im September wieder vor Publikum spielen können. Das ist ein riesiger Vertrauensbeweis», sagt der Präsident und bedankt sich «in alle Himmelsrichtungen». Auch, weil kein einziger Sponsor abgesprungen ist. Existenzängste gebe es darum nicht.

Kader bleibt so bis Ende Saison

Sportchef Alain Sutter blieb in der fussballfreien Zeit nicht untätig. Nachdem der Verein während der letzten Wochen die Vertragsverlängerungen mit Boris Babić, Jérémy Guillemenot, Victor Ruiz und Betim Fazliji bekannt geben konnte, reichte er bei der Medienkonferenz gleich nochmals nach.

Der St.Galler Alessandro Kräuchi, der im eigenen Verein die Nachwuchsabteilungen durchlief, unterschreibt für ein weiteres Jahr. Der Vertrag mit dem Wattwiler Stammspieler Leonidas Stergiou wird bis 2024 verlängert.

Überhaupt soll die Mannschaft bis Ende Saison in dieser Form zusammenbleiben. Das bedingt aufgrund der nach hinten geschobenen Saison einige Verlängerungen von Ausleihen und Verträgen. «Alle Spieler waren spontan dazu bereit und wollen die Saison unbedingt hier zu Ende bringen», sagt Alain Sutter. Dies sei für den Verein ein Zeichen, auf dem richtigen Weg zu sein.

Ein kleines Fragenzeichen bleibt nur noch bei Stürmer Axel Bakayoko. Sein Stammverein Inter Mailand ist gewillt, die Ausleihe zu verlängern, wartet aber noch auf die Genehmigung des italienischen Verbands. Dies sollte aber nur eine Formalität sein.

Am Ende zählt nur die Tabelle

In der Fussball-Kollumne «Spitzguuge» distanziert sich Cheftrainer Peter Zeidler von der Favoritenrolle. Damit möchte er sicherlich die Erwartungen etwas dämpfen und den Druck von seiner jungen Mannschaft nehmen – dennoch grüsst der FC St.Gallen momentan vom ersten Tabellenplatz.

Der Weg zum möglichen grossen Finale gegen YB am 2. August führt die St.Galler zuerst ins Wallis. Dort wartet mit Sion eine Mannschaft, für die eigentlich nichts spricht. Präsident Christian Constantin würde die Saison am liebsten nicht zu Ende spielen lassen, dazu kam es während der Corona-Pause zum Bruch mit mehreren Spielern. Der FC St.Gallen blieb während der letzten fünf Spiele gegen die Walliser ungeschlagen.

Trotzdem warnt Peter Zeidler vor dem Gegner: «Sion hat tolle Spieler wie Kasami, Lenjani, Toma, um nur drei zu nennen – die werden top motiviert sein. Wir haben grössten Respekt vor diesem Gegner, aber das hindert uns nicht daran, Vollgas zu geben.»

«Vollgas» bedeutet bei Peter Zeidler auch Vollgas. Der halsbrecherische Turbofussball wird morgen um 20.30 Uhr endlich wieder die Fussallschweiz erfreuen. Und nebenbei Antworten liefern auf die Fragen eingangs dieses Artikels. Denn irgendwann ist auch genug geredet und spekuliert.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Juni 2020 08:33
aktualisiert: 20. Juni 2020 08:33