Radikale Fans mischen Espenblock auf

Nina Müller, 27. August 2018, 20:23 Uhr
Der Espenblock wird von Rechtsradikalen infiltriert.
Der Espenblock wird von Rechtsradikalen infiltriert.
© zVg
Schlägerei im Fanblock im Kybunpark St.Gallen: Am Sonntag prügelten sich mehrere Fans – involviert sollen auch Rechtsradikale gewesen sein. Nicht zum ersten Mal.

Während des Spiels zwischen dem FC St.Gallen und dem FC Luzern am Sonntagabend gab es eine Schlägerei im Fansektor Espenblock. «Die Capos haben die Gruppe Rechtsradikaler aufgefordert mitzusingen oder den Espenblock zu verlassen. Diese reagierten mit Gewalt», sagt ein Augenzeuge gegenüber FM1Today.

Mehrere Personen haben sich geprügelt. Bereits seit Anfang der Saison beobachten verschiedene Kenner der Szene, dass sich eine Gruppe Rechtsradikaler in den Espenblock drängt. «Eine linksorientierte Fangruppe wurde schon vor diesem Vorfall von der rechtsorientierten Gruppe verprügelt», sagt der Augenzeuge.

Stadtpolizei hat Kenntnis vom Vorfall

«Der Stadtpolizei St.Gallen sind einzelne Personen mit rechtsextremem Gedankengut in der Fanszene bekannt und auch dass dies zu Spannungen unter den Fans führt», sagt Roman Kohler, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Die Polizei hielt es bis anhin nicht für nötig einzugreifen, hat aber ein Auge darauf. Von der Schlägerei am Sonntag im Fanblock hat die Polizei Kenntnis. «Einen Zusammenhang zwischen den Rechtsradikalen und der Auseinandersetzung im Stadion ist uns aber nicht bekannt», sagt Roman Kohler.

«Absolut intolerables Verhalten»

Bei FC St.Gallen ist man empört: Matthias Hüppi Verwaltungsratspräsident des FCSG hat Kenntnis von den Vorkommnissen am Sonntagabend: «Wir akzeptieren keine Gewalt und keine rassistischen Äusserungen im Kybunpark. Wir gehen rigoros gegen fehlbares Verhalten vor, aus welcher Ecke die Aggressionen auch immer kommen. Es gibt keinen Spielraum.»

«Kein neues Phänomen»

Für Thomas Weber von der Fanarbeit St.Gallen ist die Anwesenheit von Rechtsradikalen bei Spielen vom FC St.Gallen keine Neuigkeit. «Dass an einem solch heterogen, durchmischten Ort wie einer Fankurve, die verschiedensten Welt- und Menschenbilder aufeinander treffen ist kein neues Phänomen», schreibt Thomas Weber.

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Auch er wurde über die Schlägerei im Stadion informiert: «Für uns ist es von zentraler Bedeutung die genauen Umstände und Motivationen hinter diesem Vorfall zu ergründen. Dafür werden wir so rasch als möglich mit unseren Partnern das Gespräch suchen, die Situation analysieren und daraus unser weiteres Vorgehen ableiten.»

Der Dachverband 1879 war bis anhin für eine Stellungsnahme nicht erreichbar.

Nina Müller
Quelle: nm
veröffentlicht: 27. August 2018 15:45
aktualisiert: 27. August 2018 20:23