FCSG - Lugano

Schiedsrichter-Chef: «VAR-Intervention war nicht angebracht»

26. Januar 2021, 16:07 Uhr
Luganos Mijat Maric trifft per Elfmeter zum Siegtreffer gegen den FC St.Gallen. Dem vorausgegangen war ein äusserst umstrittener VAR-Entscheid.
© Keystone
Nach dem umstrittenen Penalty im Spiel FC St.Gallen gegen den FC Lugano vom Sonntag gibt der Schiedsrichter-Chef Dani Wermelinger Fehler zu.

Die Szene am Sonntag beim Spiel FC St.Gallen - Lugano war so normal beim Fussball wie ein Abseits: Der St.Galler Tim Staubli lieferte sich im Sechzehner einen Zweikampf mit dem Luganesi Roman Makec, dieser geht zu Boden, der Schiedsrichter erkennt kein Foul und gibt Abstoss.

Die Tessiner reklamieren, verlangen einen Strafstoss. Schiedsrichter Fedayi San wird vom VAR (Video Assistant Referee) kontaktiert, schaut sich die Szene noch einmal am Fernseher an und zeigt dann auf den Punkt. Der FC St.Gallen verliert das Spiel in der Folge, die Fans toben.

Buhmann Bieri – nicht zum ersten Mal

Die Frage stellte sich auf der Stelle: Durfte der VAR eingreifen? Denn das darf er laut Regelbuch nur, wenn der Schiedsrichter einen offensichtlichen Fehlentscheid getroffen hat. Das war hier bei weitem nicht der Fall, ist für die meisten St.Gallen-Anhänger klar. Der Groll richtet sich gegen VAR-Schiedsrichter Alain Bieri, der schon einmal für sein Eingreifen während eines Matchs des FC St.Gallen massiv in die Kritik geraten war. 

Der VAR war es nicht

Das St.Galler Fussballmagazin «Senf» konnte nun mit Dani Wermelinger, Leiter des Ressorts Spitzenschiedsrichter beim Schweizer Fussballverband, sprechen. Dieser nimmt erst einmal VAR-Schiri Bieri in Schutz. «Der Schiedsrichter kann bekanntlich nach Konsultation der TV-Bilder entscheiden, ob er einen Entscheid umstossen will oder nicht. Es war also nicht so, dass es der VAR war, der auf Penalty entschieden hat.»

«Bedauern Fehler»

Im vorliegenden Fall habe Schiedsrichter San nicht gesehen, dass es nicht nur oben zu einem leichten Stossen gekommen ist, sondern dass Tim Staublis Bein ebenfalls das Bein von Lugano-Spieler Makec berührt hat. Wermelinger im «Senf»: «Dies führte zur Intervention des VAR, eine Berührung im Fussbereich war für den Fall des Spielers von Lugano verantwortlich.»

Technisch gesehen, sei das ein Vergehen. Ein Eingreifen des VAR sei aber trotzdem nicht richtig gewesen, gibt Wermelinger zu: «Trotz der Tatsache, dass der Schiedsrichter die Berührung nicht gesehen hat, eine Intervention war nicht angebracht.»

Die Szene zeige laut Wermelinger, dass die Schiedsrichter auf dem Feld und in Volketswil noch immer zu lernen haben, und: «Wir leider immer noch Fehler machen, was wir natürlich bedauern.»

(saz)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Januar 2021 15:50
aktualisiert: 26. Januar 2021 16:07