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Spannungen vor der neuen Saison? Der FCSG will sich für Europa Qualifizieren

Europa soll es sein

FCSG vor der neuen Saison: Zeit für Antworten auf dem Platz

· Online seit 20.07.2023, 05:24 Uhr
Laut Medienberichten ist beim FC St.Gallen kurz vor der neuen Saison Feuer im Dach. Dennoch lief die Vorbereitung mit dem Sieg gegen Villarreal zuletzt gut, auch auf dem Transfermarkt zeigt sich St.Gallen mutig. Reicht das für das erklärte Ziel Europa?
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Dicke Luft beim FC St.Gallen? Zerwürfnis zwischen Trainer Zeidler und Captain Görtler? Zumindest laut der Berichterstattung des St.Galler Tagblatts ist das Gefüge innerhalb des Vereins seit längerem gestört – unter anderem aufgrund der taktischen Ausrichtung, dem alternativlosen Vollgasfussball unter Zeidler.

Beide Beteiligten dementierten diese Berichte nach dem Testspiel gegen Linz entschieden, räumten lediglich ein, dass es intensive Gespräche gegeben habe.

Was aber auch durchscheint: Zumindest Konflikt- und Diskussionspotenzial ist vorhanden, die beiden Deutschen sind mit dem Ergebnis der letzten Saison nicht zufrieden.

Platz 6 (war) zu wenig

Um klare Zielvorgaben drückte man sich beim FC St.Gallen in der Vergangenheit gerne herum. Zu gross das Risiko, starre Ziele zu verpassen – und in der Folge Konsequenzen ziehen zu müssen.

Der Ansatz war eher opportunistisch: Mal sehen wie's läuft und dann bewegt sich das Ziel irgendwo zwischen Nichtabstieg und Europa-Quali. Genau dafür reichte es am Ende mit Platz 6 nicht, was für Enttäuschung sorgte – auf der anderen Seite sind die Weichen für die bevorstehende Saison damit gestellt.

Das stellt Trainer Peter Zeidler nach dem Spiel gegen Linz auch klar: St.Gallen will so schnell wie möglich nach Europa. Das heisst: Platz 6 reicht zumindest vorerst. Mit dem neuen Modus käme St.Gallen nach 33 Spielen so in die Meisterrunde und bliebe im Rennen um die europäischen Plätze.

Verstärkung für die Defensive

Trotz des (möglicherweise angedichteten) Konflikts im Verein liefen sowohl Vorbereitung wie auch Transfers bisher vielversprechend. Mit «Glücks»-Betim Fazliji kehrt ein Urgestein und ausgewiesener Leistungsträger zurück, der etwas beweisen will.

Neben ihm gibt es in der Defensive weitere Neuankömmlinge: Abdoulaye Diaby bringt Physis, Zanotti und Janitzek versprechen Finesse im Spielaufbau. Gerade hinten braucht der FCSG mehr Stabilität, vorne lief es mit 66 geschossenen Toren hervorragend (bester Wert nach Meister YB). Doch auch hier wird neu gemischt:

Jérémy Guillemenot ist weg, mit Nikolaj Möller kam ein neuer junger Mann für die Offensive und mit Nachwuchsstürmer Albin Krasniqi steht ein weiterer in den Startlöchern. Ein grosses Fragezeichen bleibt: Was ist mit Toptorschütze Emanuel Latte Lath, der letzte Saison leihweise für die Espen spielte?

Der Ivorer will laut Trainer Peter Zeidler fix zu St.Gallen wechseln und soll Roter Stern Belgrad eine Absage erteilt haben. Ob der Verein den Transfer realisieren kann, steht auf einem anderen Papier. Einem mit relativ hohen Zahlen.

Sturmlauf gegen Villarreal

Auf dem Platz liess der hohe Sieg gegen Villarreal aufhorchen: Gleich mit 6:1 fertigten die Espen den Champions-League-Halbfinalisten der Saison 21/22 ab, der allerdings noch am Anfang seiner Vorbereitung steht.

Trotzdem: Das ist ein sehr gutes Resultat, St.Gallen zeigte im Gegensatz zu den Spaniern Spielwitz, Offensivdrang und eine gewisse Frische. Wenn man den FCSG mit seinem Vollgasfussball gewähren lässt, dann liegen solche mitreissenden Spiele drin.

Nur: Es gibt keinen Plan B, was mit als Auslöser für die internen Spannungen kolportiert wurde – und St.Gallen effektiv Spiele und Punkte gekostet hat. Trainer Peter Zeidler hatte angetönt, dass sich alle nochmals verbessern müssten, auch er selbst.

Eine taktische Neuausrichtung? Wohl eher nicht. St.Gallen dürfte dahingehend berechenbar bleiben und vielmehr versuchen, das Maximum aus seiner Pressingmaschine herauszuholen, effizienter zu werden – und auf dem Platz zu beweisen, dass im Verein wirklich alle an einem Strick ziehen.

Das erste Spiel der Saison bestreitet der FC St.Gallen zu Hause im Kybunpark gegen Basel. Anpfiff ist am Samstag um 18.00 Uhr. Das Spiel gibt es auch im Liveticker auf FM1Today.

veröffentlicht: 20. Juli 2023 05:24
aktualisiert: 20. Juli 2023 05:24
Quelle: FM1Today

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