Spektakuläre Wende nach schwachem Beginn

Nina Müller, 2. September 2018, 21:13 Uhr
Trotz frühem Rückstand gewinnt der FC St. Gallen beim Aufsteiger Neuchâtel Xamax mit 2:3. In der Startviertelstunde lassen sich die Espen von den aggressiv pressenden Neuenburgern noch überrollen und geraten in Rückstand, danach passen sie sich immer besser an die Spielweise des Gegners an und kommen noch vor der Halbzeitpause zu Torchancen.

In der zweiten Halbzeit fallen dann gleich vier Tore, am Ende setzen sich die Espen trotz eines sehr streng gepfiffenen Elfmeters für Xamax verdient durch. Hier die Spielerbewertung:

Tor:

Dejan Stojanovic: Note 4,5. Bei den Gegentoren ohne Abwehrchance, im eigenen Strafraum der absolute Herr im Haus. Viele Gelegenheiten sich gross auszuzeichnen erhält er aber nicht.

Verteidigung:

Andreas Wittwer: Note 3,5. Auch wenn der Penaltypfiff zum Neuenburger Ausgleich wohl ein Fehlentscheid war, ist er trotzdem nicht von jeglicher Schuld freizusprechen, seine Hände haben im Strafraum schlichtweg nichts am Körper des Gegenspielers verloren. Ansonsten mit einer unauffälligen Partie

Leonel Mosevich: Note 4,5. Ansprechendes Startelfdebüt in der Meisterschaft des Neuzuganges aus Argentinien. Nicht ganz fehlerlos, aber mit gesunder Aggressivität im Zweikampf. Hat gute Argumente, Routinier Vilotic nun definitiv den Rang abzulaufen.

Silvan Hefti: Note 4,5. Der junge Captain zeigte einige gute Klärungsaktionen und Spielauslösungen, ist aber teils noch zu zurückhaltend im Zweikampf. Solide, aber nicht derart überragend wie auf der Position des Aussenverteidigers.

Nicolas Lüchinger Note 3,0. Im Angriff zwar sehr präsent und mit einigen guten Flanken, defensiv aber mit teils eklatanten Stellungsfehlern. Dazu vor allem in der ersten Halbzeit eine schwache Passquote, in dieser Verfassung klar ungenügend.

 

Mittelfeld:

Majeed Ashimeru: Note 5,0. Es macht defnitiv Freude, dem jungen Ghanaer zuzuschauen. Ist technisch stark, gewinnt viele Zweikämpfe und fällt auch durch kluge Pässe auf. Nur an der Entscheidungsfindung muss er teilweise noch arbeiten, dann kann er einer der Grossen auf seiner Position werden.

Jordi Quintillà: Note 5,0. Fällt nicht weiter auf, dies aber im positiven Sinne. Stopft durch kluges Positionsspiel viele Löcher, so dass er gar nicht erst auf spektakuläre Grätschen angewiesen ist. Wurde nach dem unglücklichen Eigentor im Startspiel gegen Basel jetzt mit einem glücklichen Tor für die richtige Seite belohnt.

Vincent Sierro: Note 4,5. Die Freiburger Leihgabe besticht vor allem durch starke Technik, wirkt aber gelegentlich noch so, als spiele er mit angezogener Handbremse. Teils überragende Ideen, dann im nächsten Moment wieder mit dummen Ballverlusten.

Sturm:

Kekuta Manneh: Note 5,0. Das Warten auf ihn hat sich definitiv gelohnt. Mit seinen Tempodribblings ist der US-Gambier eine ganz starke Alternative zu den bisherigen Stamm-Flügeln Ben Khalifa und Tafer. Könnte das letzte Puzzlestück sein, dass dem Spiel der Espen bisher gefehlt hat.

Cédric Itten: Note 5,5: Versucht es immer wieder vergebens, bevor er schliesslich doch noch belohnt wird. Am Schluss stehen ein Tor sowie eine überragende Vorlage auf der Habenseite des ständigen Gefahrenherdes.

Roman Buess: Note 4,0. Zeigt sich kampfstark und läuft viel, aber oft unglücklich. Hat seine Qualitäten definitiv eher im Sturmzentrum, nur ist dort Itten im Moment klar stärker.

 

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,5.

Fazit: Peter Zeidler scheint seine Mannen definitiv motivieren zu können: Selten hat man von einem St. Galler Team nach der Pause eine derart starke Reaktion auf einen Rückstand gesehen. Der temporäre zweite Platz ist der wohlverdiente Lohn für die Leistungssteigerung der ganzen Mannschaft, auch wenn die wahren Gradmesser in der Super League sicher nicht aus Neuchâtel kommen.

Nina Müller
Quelle: Johannes Graf
veröffentlicht: 2. September 2018 20:41
aktualisiert: 2. September 2018 21:13