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St.Gallens Moral wird nicht belohnt

David Lendi, 17. Mai 2017, 09:12 Uhr
Vor etwas mehr als 4000 Zuschauern verlieren die Espen - zum ersten Mal unter Contini - gegen Lugano mit 3:2. Schon zur Spielhälfte lagen die Gäste mit zwei Toren im Hintertreffen. Dank einer starken Reaktion nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Ostschweizer ins Spiel zurück. Mit einem Doppelschlag innert zwei Minuten glichen sie die Partie wieder aus, bevor Davide Mariani 20 Minuten vor Schluss das siegbringende 3:2 erzielte. Hier geht's zu den Spielernoten.

Tor

Daniel Lopar, Note: 4

Viele Möglichkeiten, sich auszuzeichnen, hatte St.Gallens Keeper nicht. Nach 27 Minuten wurde er gleich mit dem ersten Torschuss der Tessiner bezwungen. Marianis Flatterball segelte aus über 30 Metern in den Winkel, Lopar konnte nichts mehr ausrichten. Auch beim zweiten und dritten Gegentor kann man ihm keinen Vorwurf machen.

Verteidigung

Silvan Hefti, Note: 5

Alioski, welcher überall auf dem Platz anzutreffen war, hatte vor allem gegen Hefti einen schweren Stand. St.Gallens Rechtsverteidiger liess sich vom Spieler mit den meisten Scorerpunkten der Liga nicht beeindrucken. Defensiv blieb der St.Galler abgebrüht, offensiv konnte er sich einige Male herrlich durchsetzen.

Roy Gelmi, Note: 4

Spielte eine unauffällige Partie und war nur selten in Zweikämpfe verwickelt.

Karim Haggui, Note: 4

Blockte einige Abschlüsse von Lugano im letzten Moment. Bei Luganos Konterchancen konnte auch er nicht verhindern, dass St.Gallens gesamter Defensiv-Verbund wackelte.

Andreas Wittwer, Note: 3

Wenn Lugano gefährlich wurde, passierte dies oft über seine Seite. Im Spiel nach vorne blieb er bis auf einen öffnenden Steilpass auf Aratore ideenlos.

Mittelfeld

Toko, Note: 5

Der Captain erzielte sein erstes Tor für den FC St.Gallen. Sein Schuss in Salvis rechte obere Torecke war ein Augenschmaus. Nach einer durchzogenen ersten Halbzeit probierte er zusammen mit Salihovic, das Spiel an sich zu reissen, was ihm auch gelang.

Sejad Salihovic, Note: 5

Seine Ruhe an der Kugel ist bemerkenswert. Man hat das Gefühl, dass sich der Bosnier im grün-weissen Dress immer wohler fühlt. Wie er gestern die Bälle verteilte und immer eine Lösung fand, zeugte von seiner fussballerischen Klasse.

Yannis Tafer, Note: 4

Verzeichnete nach 23 Minuten St.Gallens erster Abschluss. Sonst blieb er unauffällig, auch weil er einige Male von seinen Mitspielern als geeignete Anspielstation übersehen wurde. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff kam Babic für ihn auf den Platz, welcher keine Akzente mehr setzen konnte.

Danijel Aleksic, Note: 3

Blieb heute ohne Einfluss auf die Partie. Trotzdem hätte er kurz vor der Pause auf 2:1 verkürzen müssen, als er aus kurzer Distanz an Salvi scheiterte. Nach dem Seitenwechsel wurde er durch Ajeti ersetzt. Vor allem dank ihm konnten sich die Espen im zweiten Abschnitt steigern.

Marco Aratore, Note: 3

Er konnte mit den Zuspielen seiner Kollegen nichts anfangen und blieb während seiner Einsatzzeit blass. Zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit kam Schulz für ihn in die Partie.

Sturm

Roman Buess, Note: 3

Konnte seine erste Startelf-Nomination unter Contini nicht rechtfertigen. Immerhin hatte er beim Anschlusstreffer seine Füsse im Spiel. Ansonsten blieb er immer wieder an der Lugano-Abwehr hängen.

FM1Today-Teamschnitt: 3,9

Fazit: Bis zum 1:0 durch Mariani hatte keine Mannschaft Vorteile. Nach dem Führungstor blieben die Tessiner hartnäckig, setzten nach und belohnten sich nur fünf Minuten später mit dem 2:0. Dieser Zweitore-Vorsprung ging in Ordnung, da Lugano auch danach weitere Chancen hatte, um auf 3:0 zu erhöhen. Die Espen hatten im ersten Durchgang nur zwei nennenswerte Offensiv-Aktionen.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gäste offensiv ein anderes Gesicht. Sie konnten sich steigern und schafften es, sich in der Lugano-Platzhälfte festzusetzen. Nach 66 Minuten lenkte Mihajlovic eine Buess-Hereingabe vor dem freistehenden Tafer ins eigene Tor ab. Zwei Zeigerumdrehungen später erzielte Toko mit einem herrlichen Weitschuss den St.Galler Ausgleich. Die Freude darüber hielt aber nicht lange hin. Luganos Alioski liess in der 71. Minute einmal mehr seine Klasse aufblitzen und steckte herrlich auf Mariani durch. Dieser blieb cool und schob die Kugel via Innenpfosten an Lopar vorbei. Danach warfen die Ostschweizer alles nach vorne und gewährten den Luganesi einige Konterchancen. Tore gab es aber keine mehr.

Sportlich ist die Meisterschaft für St.Gallen so gut wie gelaufen, nach vorne wie auch nach hinten kann nicht mehr viel passieren. In den letzten drei Spielen geht es darum, die Meisterschaft 2016/2017 mit einem positiven Gefühl zu beenden. Nächsten Sonntag kommen die Grasshoppers nach St.Gallen. Anpfiff im Kybunpark ist um 13:45 Uhr.

David Lendi
veröffentlicht: 17. Mai 2017 05:44
aktualisiert: 17. Mai 2017 09:12